Seetag 10

Das launische Aprilwetter wurde gestern Nachmittag abgeloest von einem Starkwindgebiet mit konstanten 27 kn in Boen bis 34 kn.
Da ging hier die Post ab. Zuerst mal reffen was geht, d.h. Segelflaeche verkleinern, und dann sich in Sicherheit bringen wegen der Regenschauer, Salzwasserduschen und Schiffsbewegungen. Dann war da noch das laute beaengstigende Knallen – wir waren unter Dauerbeschuss der Wellen. Sehr frueh am Abend haben wir uns dann von der Aussenwelt abgeschottet, zum Glueck koennen wir die Navigationsinstrument auch von innen beobachten. Wir waren mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt und haben auf unserem Sofa (in Lee) abgehangen, der sicherste Platz im Schiff.
Die ganze Nacht blieb es extrem ruppig. Immer wieder gab es, durch Wellen verursacht, heftige Erschuetterungen wobei sich die Salzwasserduschen im Cockpit ergossen. Und mal wieder steuerte unser Eddi (Autopilot) FantaSea souveraen durch die raue See. Wir sind froh, dass FantaSea aus Stahl ist !! 😉
28 Stunden spaeter geht der Wind langsam runter, die hohen Wellen werden uns leider noch ne Weile begleiten.

Tagesetmal 115 sm
Position 1100UTC 49Grad19’N – 008Grad08’W

Seetag 9

Wir haben Aprilwetter. Sonne, Wolken und Regenschauer wechseln sich ab. Der Wind ist instabil. Mal moderat und dann pfeift es wieder mit 25 kn und FantaSea legt sich auf die Seite. Die See ist ruppig, die Wellen hoch, aber wir koennen unser Ziel direkt anlegen und kommen gut voran. Das ist gut fuer die Psyche und hebt die Stimmung an Bord.
Wir haben entschieden an den Scilly Islands vorbei zu fahren und direkt an die suedenglische Kueste nach Falmouth. Bis dahin sind es um 14 Uhr UTC noch 230sm (von 4350sm bei unserer Abfahrt ueber den Nordatlantik in Stuart / Florida).

Tagesetmal: 129sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 48Grad58’N – 010Grad59’W

Seetag 8

Mit 20 kn Wind rauschen wir durch die See. Kurs stimmt und die Sonne scheint immer noch. Am Vormittag starten wir den Motor, um unseren Kuehlschrank zu kuehlen. Ohje, die Kuehlwassertemeratur steigt viel zu hoch und im Motorraum wird es heiss. Sofort stellen wir den Motor aus und suchen nach der Ursache. Das dauert, denn alles sieht gut aus, wir koennen keinen Verschleiss / Problem finden. Letztendlich koennen wir feststellen, dass die Seewasserpumpe kein Seewasser angesaugt, was nur daran liegen kann, dass der Borddurchlass fuer das Kuehlwasser verstopft ist. Dieser ist aber nur von aussen, d.h. wasserseitig zugaenglich. Also muss der Kaeptaen in den 18 Grad kalten Nordatlantik springen. Mehrer Anlaeufe sind noetig um bei der grossen Duenung die besagte Stelle zu erreichen, abzutauchen und den Durchlass mit dem Schraubenzieher frei zu prokeln. Adrenalin pur wird da ausgeschuettet. Die Mission ist dann zum Glueck erfolgreich und die Crew total erleichtert.

Tagesetmal: 126 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad18’N – 14Grad00’W

Seetag 7

Ein Hoch von bis zu 1033 hpc beschert uns viel Sonne, klare helle Naechte und seit heute frueh um 5.00 Uhr auch wieder Wind. Mittlerweile haben wir 20 kn Wind, kommen zuegig voran und sind zufrieden das wir das Brummen vom Benz nicht hoeren muessen. Das Bergfest liegt hinter uns, und da wir so viel Zeit haben beschaeftigen wir uns, wieder mal, mit Berechnungen eines moeglichen Landfalls.

Tagesetmal: 111 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 47Grad03’N – 016Grad25’W

Seetag 6

Heike war es gewoehnt, Dank der tropischen Temperaturen, schulterfrei und im knappen Hoeschen zu wandeln. Die Sonne scheint zwar zeitweise noch, aber Heike’s Dresscode hat sich geaendert. Bei der Ausschau nach Eisbergen traegt sie mehrere Schichten …(Foto). Nachts werden bis zu 3 Decken benoetigt, um warm zu werden…Das Thermometer faellt auf 15 Grad und bei dem kalten Nordwind fuehlt es sich an wie 5 Grad. Wir vermissen die Azoren jetzt schon!
Bis heute Nachmittag waren die Segelbedingungen prima. Dann schlief der Wind ein und wir Motoren.

Tagesetmal 115 sm
Position um 1100UTC 45Grad18’N – 018Grad14’W

Seetag 5

Es laeuft prima. Mit ausreichend Wind aus der richtigen Richtung und ohne Gegenstroemung segeln wir mit gut 5 kn Richtung Brexitcountry. Die Sonne scheint und der Nordatlantik praesentiert sich von seiner freundlichen Seite. Hier an Bord ist nicht viel los, der Hoehepunkt des Tages sind eingehende e-Mails und somit Neuigkeiten vom Festland. Gruesse von Bord der FantaSea.

Tagesetmal: 120 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad39’N – 020Grad20’W

Seetag 4

Wir entdecken mal wieder die Langsamkeit. Gestern Abend wurde der Wind zu schwach und der Motor musste helfen. Die Monotonie wurde nur durch einen AIS Alarm gestoert. Wir waren auf Kollisionskurs mit einem spanischen Fischer. Nach einem Funkkontakt mit dem freundliche Galizier hat er seinen Kurs geaendert und uns am Heck passiert (Foto).
Seite heute 1100UTC koennen wir wieder segeln. Der Morgen hat uns an Hamburg erinnert: Grau in grau und Fieselregen. Seit Tagen steigt der Konsum von warmen Tee an Bord. Die Nachfrage nach Kaltgetraenken hat deutlich nachgelassen. So schnell veraendern sich die Beduerfnisse…

Tagesetmal: 101 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 43Grad07’N – 21Grad52’W

Seetag 3

Gestern Abend wurde der Wind staerker. Bis zu 26 kn und dazu eine voellig konfuse Welle von 3 bis 4 Metern. Und die bekannten Ausreisserwellen, die nicht unter FantaSea hindurch rollen wollen knallen laut gegen die Bordwand und versetzen dem Schiff nen ordentlichen Hieb zur Seite. Sehr sehr unangenhem und anstrengend fuer die Crew. Nicht mal Tempo konnten wir bei diesen Bedingungen machen. Der heutige Tag praesentiert sich schon wieder moderater. Wind und Wellen haben sich beruhigt und wir kommen unserem Ziel auf direktem Kurs zuegig naeher. Genauso stellen wir uns das auch vor.

Tagesetmal: 117sm
Position um 11.00 UTC: 41Grad43’N – 022Grad46’W

Seetag 2

Ununterbrochen 25 Stunden lief der Motor, aber heute morgen um 5 Uhr kam endlich Wind. Seitdem segeln wir bei guten Bedingungen gen Norden. Die Sonne scheint und wir verbringen viel Zeit im Cockpit. Herrlich!
Leider zeigt uns der Wetterbericht ab Donnerstag ein Flautengebiet auf unserer Route, dem wir nicht ausweichen koennen, da es zu gross ist. Somit stehen die Chancen gut, die Anzahl der Motorstunden auf diesem Toern beachtlich zu erhoehen ;(

Tagesetmal: 106 sm
Position um 11.00 UTC: 39Grad50’N – 023Grad05’W

Seetag 1

Absprung geschafft! Das war nicht leicht, denn nun verlassen wir endgueltig die „Barfussroute“. Im Klartext, wir tauschen Flip Flops gegen festes Schuhwerk und die Sonnenbrillen gegen Regenschirme. Wir setzten den Kurs auf Nordeuropa und ignorieren tapfer die starke magische Anziehungskraft aus Galizien, dem Schlemmerparadies im sonnigen Nordspanien.
Die ersten 10 Stunden sind nicht langweilig. Unter der Kte haben wir mit wechselhafte Winden und Stroemungen zu tun. Mit gut 3 kn segeln wir gemuetlich langsam durch die Nacht und hoffen, dass der Wind nicht voellig einschlaeft. Was er dann um 4 Uhr aber doch tut 😦

Tagesetmal: 101 sm
Position um 1100 UTC 38Grad24’N – 023Grad47’W