Seetag 7

Es geht nach wie vor gut voran. Nachts wird gerefft, dadurch verlieren wir Fahrt, aber Sicherheit geht vor. Die große Hitze ist auch vorbei. Gestern war es sogar grau in grau mit einem heftigen Schauer zwischendurch.
Bei einer geografischen Hoehe von 31 Grad Nord sind die Tage zu dieser Jahreszeit wieder laenger als 12 Stunden, was wir ja ueber Monate von Grenada, Kolumbien und Panama gewoehnt waren. Dennoch werden wir die Bermudas am Donnerstag nicht bei Tageslicht erreichen, weshalb wir nun auf den Vollmond setzen. Hoffentlich laesst er sich blicken…
Heute, Mittwoch, geht es ziemlich ruppig ab. Wind bis 33 kn, 4 Meter hohe Wellen, 6-7 kn Speed, im Surf bis 9 kn. Tagesetmal: 125 sm
Position um 1700UTC 31Grad41,2’N – 068Grad07,25’W

Seetag 6

Die gemuetliche Kaffeefahrt ist vorbei. Ohne sich festzuhalten kann man nichts mehr machen. Bis 2,5 Meter Wellen kommen von schraeg achtern bei um die 20 Knoten Wind. Dafuer machen wir eine schnelle Fahrt. Unser Steuermann „Eddi“ macht einen ordentlichen Job. Er beklagt sich nicht, macht keinen Laerm und will nichts zu essen oder trinken. Um 1700UTC sind es noch 301 sm bis St. George’s auf Bermuda.
Die Crew ist gesund, aber etwas muede. Bei diesen Schiffsbewegungen ist an Schlafen nicht zu denken… Tagesetmal: 136 sm
Position um 1700UTC: 31Grad07,1’N – 070Grad22,9’W

Seetag 5

Wir segeln. Nach 4 Tagen hat sich leichter Wind eingestellt und so fahren wir angenehm bei niedriger Welle Richtung Bermuda. Der Mercedes Benz hat den Dauerlauftest klaglos bestanden. 84 Stunden, fast ohne Unterbrechung bei 1500 U/Min hat er uns durch das Flautengebiet geschoben. Im Vergleich zu so mancher Nacht auf See, konnten wir letzte Nacht sehr gut schlafen. Wenig Bewegung im Schiff, nur das Plaetschern der Wellen….herrlich! Hier draussen ist wenig Schiffsverkehr. Gestern Abend kreuzte die „OLGA MAERSK“ (Foto) unseren Bug in „nur“ 0,7 sm Entfernung. Bei den Dimensionen eines Ozeans ist das fast schon eine Kollision 😉 Tagesetmal: 112 sm
Position um 1700UTC 30Grad50,3’N – 072Grad56,23’W

Seetag 4

Immer noch kein Wind UND Gegenstroemung. Nur noch 3 kn Speed – unter Motor, was sonst 😦 Noch 540 sm. Diese Reise kann dauern….
VERDAMMTNOCHMALWIRWOLLENSEGELN!

Sonst ist alles fit und munter an Bord…

Tagesetmal: 77 sm (Minusrekord)
Position um 1700 UTC 30Grad44,3’N – 075Grad02,9’W

Seetag 3

Spiegelglatte See…. Was das bedeutet, kann man sich denken. Kein Wind, gar nichts, nada! Gestern Abend gab es noch mal fuer 4 Stunden ne Brise. Aber seit 22 Uhr motoren wir wieder. Dann haben wir noch ne Gegenstroemung und kommen langsam voran. Knapp 3-4 Knoten pro Stunde, das sind ca. 7 km/Std. Koennten wir uebers Wasser gehen, waeren wir auch nicht viel schneller.
Das allereinzig Gute ist, wir koennen uns an Bord entspannt bewegen, kein Festhalten, kein Ausgleichen, keine Anstrengung. Dafuer Kaffee trinken, unter Deck vor den Ventilatoren luemmeln, im Ozean baden, sich in Geduld ueben und auf Wind hoffen. Laut Wettervorhersage soll er Sonnatg Abend einsetzen. Tagesetmal: 94 sm
Position um 1700 UTC 30Grad57’N – 076Grad27’W

Seetag 2

Alles wie gehabt: kein Wind, keine Wellen, sehr heiss, nachts Gewitter und wir „verbraten“ Diesel. Nur die Geschwindigkeit ist deutlich geringer, da wir den Golfstrom verlassen haben.
Gestern, kurz vor Sonnenuntergang, war bei uns eine Schmerzgrenze erreicht. Der Tag war so extrem heiss und es wehte kein Lueftchen. D.h., wir haben ein Bad im riesigen tiefen Ozean genommen. Vorher Motor runter gefahren, Badeleiter raus und dann ins tiefblaue Wasser zum Abkuehlen. Natuerlich nacheinander und nur ganz kurz (man weiss ja nie, Haie und so.
Heute, am spaeten Vormittag kommt ein leichter Wind aus SW auf. Ist nicht doll, aber reicht zum langsamen segeln / duempeln und der Benz bekommt 2 Stunden Pause. Tagesetmal: 119 sm
Position: 30Grad36,2N – 078Grad12,2W

Seetag 1

Auf unserem Weg von Stuart zur offenen See war es gestern sehr heiss. Und das gleich in zweifacher Hinsicht. 35 Grad, null Wind und eine drkende Atmosphaere. Und dann noch er lange Strecken 0.00 Meter auf dem Echolot. Da wurde uns noch heisser. Mangels Regen und viel Sonne ist der Wasserstand in den Fluessen und Kanaelen enorm gesunken, sodass Teilbereiche bei unserem Tiefgang ziemlich kritisch sind.
Nach 2,5 Stunden hatten wir endlich den Atlantik erreicht, ne weitere Stunde spaeter den Golfstrom. Und dieser schiebt uns nun mit durchschnittlich 7 Knoten Speed gen Norden (egal ob der Wind pustet oder nicht. Herrrrlich! In der Nacht erreicht uns ein heftige Gewitter – kein Wunder nach dem Tag. Die Blitze zucken und zur Sicherheit wird an Bord die Funkanlage „abgenabelt“.
Der naechste Tag beginnt mit Sonne, Windstille, glatter See, Hitze bis 33 Grad und dem Ausfall des elektrischen Autopiloten. Der Kaeptaen schafft es tatsaechlich das Ding wiederzubeleben und erspart uns so stundenlanges Steuern von Hand (zur Erinnerung, Eddi arbeitet nur wenn der Wind weht). Bei geringer Motorunterstuetzung gleiten wir OHNE Wind mit 7,5 Kn Geschwindigkeit durchs Wasser. Dem Golfstrom sei Dank! Tagesetmal: 158 sm
Position 1700UTC 29Grad36’N – 079Grad49’W
Harvey: Das AIS ist aktiv.

Aufbruch

Um es kurz zu machen, das Schiff wird hier in den USA nicht verkauft. Die Interessenten sind leider abgesprungen. Positiv: wir können die nächsten 3 bis 4 Monate noch segeln und auf dem Schiff leben.
Wir sind bereit und starten morgen die 900 bis 1000 sm zu den Bermudas. Oder doch direkt zu den Azoren? Der ungebrochenen Mythos ums Bermuda Dreieck beflügelt auch unsere Phantasie. Gibt es dort eine Verschwörung von Außerirdischen die seit Jahrzehnten auf geheimnisvolle Weise Flugzeuge und Schiffe verschwinden lässt, oder ist es ein Seeungeheuer oder Monsterwellen? Oder waren es einfach nur tragische Unfälle und eine Menge Seemannsgarn ? Letzteres wollen wir mal glauben.

Wir sind froh, dass es nun endlich losgeht, denn nicht nur die psychische Anspannung macht uns mürbe. Hier ist seit 2 Wochen eine Hitzewelle mit 34 bis 35 Grad täglich. Wir fühlen uns gut durchgegart 😩 und bereit zum Aufbruch.
Gestern Abend war hier noch ne Potluck-Barbecue-Party mit leckerem Essen und vielen netten Menschen. Als Langfahrtsegler sind wir hier Exoten, die meisten pendeln zwischen den Bahamas und USA /Kanada.
Sonnige Grüße von der FantaSea.

Eigentlich….

….wollten wir am letzten Donnerstag Richtung Bermudas starten. Wir geniessen einen letzten Sunset in der Sunset Bay Marina. Alle Arbeiten sind erledigt, alles organisiert, eingekauft und verstaut. 100 Müsliriegel, 20 Packungen Vollkornbrot, 150 Dosen Cola, 12 l Orangensaft, 5 kg Müsli, Nudeln, Reis, Dosenfutter, Shampoo, reichlich Pflaster, Kosmetikartikel usw. Nun noch zur Tankstelle. Auf den 150 Metern dorthin merken wir, dass „fast nichts mehr geht“. Gashebel nach vorn, aber fast kein Speed. Der Grund ist, nach 4 Wochen im schmutzigen St. Lucie River ist FantaSea voll mit Seepocken und diese bremsen uns aus. Im Schneckentempo erreichen wir die Tankstelle und tanken voll, was sonst. Wir haben ja „Größeres“ vor. Aber Donnerstag wird das nichts, dass ist uns schon klar. Also checken wir Donnerstag den ganzen Tag was möglich ist. Ein Taucher wird für Freitag zur Unterwasserreinigung bestellt und mehrere Boatyards abgeklappert, um evtl. das Schiff noch einmal aus dem Wasser zu heben und mit Antifouling zu streichen. Das bedeutet aber kostbare Zeit, viel Arbeit und hohe Ausgaben. Wir sind nicht begeistert.
Dann erhalten wir Donnerstag Nachmittag den Kontakt eines Kaufinteressenten, der sich am nächsten Tag FantaSea ansehen möchte. O.k., ist ja alles schick und vorbereitet für den großen Törn. Dale und Mary kommen pünktlich und sind „nicht abgeneigt“. 24 Stunden später möchten sie das Schiff gerne kaufen. Why not??? Natürlich sind da noch viele Fragen. Dale klettert gleich 2 mal ungesichert in den Mast und prüft alles was geprüft werden muss. Morgen steht ein Probesegeln an, Dienstag gehts zu den Offiziellen um zu erfahren was getan werden muss, um FantaSea in die USA zu importieren, danach Check des Unterwasserschiffes usw.
Wir sind gespannt, wie sich alles entwickelt.

Florida Fotos stehen im Album bereit.

Alltag in Stuart

Es gibt viel zu tun. Ob es reicht, und ob wir an alles denken bevor wir hier den weiten Weg nach Hause starten wird sich rausstellen. Fakt ist, wir tun unser Bestes, was da wäre:  mehrmaliges Ein – und Ausbauen der Wasserpumpe aus den Tiefen des Motorraumes um endlich das Leck zu finden und zu reparieren, WC-Pumpe auswechseln, Schiff entrümpeln um Platz für die Vorräte zu schaffen und alles reinigen, Bestandsaufnahme der vorhandenen Vorräte, Einkaufsliste für 7 Wochen erstellen und mit dem Leihwagen bei ALDI und Walmart alles ranschaffen. Wobei das Einkaufen keine Kunst ist, sondern das Verstauen auf FantaSea der Kraftakt. Ach ja, das Deck wird zum Teil mit Sika neu verfugt (Strafarbeit), Flugrost an allen Niroteilen entfernt, kleine Roststellen bearbeitet, ein neuer Kompass für den Autopiloten wird eingebaut, die Kühlschranktür abgeschliffen, damit sie wieder richtig schließt (hört sich nach einer Kleinigkeit an, hat aber fast 2 Stunden beansprucht), diverse Kleinigkeiten, die uns das Leben auf hoher See erleichtern sollen werden erledigt und natürlich den Blog „füttern“.  Zur Unterhaltung diesmal eine knapp 20 -minütige musikalische Diashow mit kleinen Videos.

Zum Glück bleibt gelegentlich  Zeit um an den Atlantik zu radeln und in der Brandung zu baden.

 

9000 Kilometer

…sind zu segeln bis Wilhelmshaven. Das ist kein Pappenstiel, auch wenn wir das nicht nonstop machen wollen. Wenn wir dort im September ankommen wollen, müssen wir Ende Mai hier in Stuart ablegen. Hier ablegen? Das wird uns schwer fallen, denn wir fühlen uns hier sehr wohl. Bei den Wetterberichten aus Deutschland zieht es uns auch nicht gerade dorthin, denn im September wird der „Sommer“ sicher gelaufen sein und wir müssen uns auf arktische Temperaturen (unter 20 Grad) einstellen. Gruselig👻!

9000 Kilometer? Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km/h wären das 1125 Stunden Fahrzeit. Jawoll! Das wären ca. 47 Tage, also fast 7 Wochen. Zum Glück gibt es so reizvolle Zwischenstationen wie die Bermudas oder die Azoren, die wir auf jeden Fall besuchen wollen.

Bis es los geht sind noch ein paar Baustellen auf FantaSea zu erledigen. Langweilig ist es nie und wenn eine Baustelle erledigt ist, kommt garantiert eine Neue dazu 🌩

Das Bild zeigt unsere Marina im St. Lucie River bei Stuart. Bis zum offenen Ozean sind es 7 Seemeilen durch den flachen ICW (Intra Coastal Way).

Unterwegs in Florida

In 3 separaten Touren fahren wir nach Miami, Tampa und die Atlantikküste ein Stück gen Norden. Mangels eines guten Navis verfahren wir uns regelmäßig an den großen Autobahnkreuzen. Einmal nicht aufgepasst und wir befinden uns auf dem „Florida Turnpike“, einer Expressautobahn. In dünn besiedelten Gebieten kann es passieren, dass die nächsten 100 km keine Abfahrt kommt. Diese Erfahrung mussten wir machen und schwups waren wir kurz vor Orlando. Wir lassen Mickey Mouse und Onkel Dagobert rechts liegen und nehmen endlich Kurs auf Tampa. Leider war das nicht das einzige Mal, dass wir Umwege in Kauf nehmen mussten. Am Ende der Reise waren uns Autobahnkreuze ein Graus 😓.
Die Städtzentren in Miami und Tampa wirken auf uns ein wenig steril, null Müll auf den Straßen, alles ordentlich beschriftet, keine Graffitis usw. Tampa Downtown war an einem Mittwoch Vormittag wie ausgestorben, in Miami nicht viel besser. Das Gewusel welches wir aus deutschen Großstädten, oder aus Santo Domingo, Medellin, Cali usw. kennen gibt es nicht. Es gibt ja auch fast keinen Einzelhandel in den Zentren. Alles, aber auch alles findet man an den 4 — bis 6-spurigen Landstraße, Frisöre, Supermärkte, Fitnessstudios, Banken, Ärzte, Möbelgeschäfte, Nagelstudios, Fastfood, Schuhgeschäfte, Apotheken……Und dann gibt es natürlich die klimatisierten Einkaufszentren.
Interessant waren die Stadtteile „Little Havanna“ in Miami und „Ybor City“ in Tampa. Beide kubanische und Latino / Italienisch geprägt. Aber authentisch sind diese leider nicht mehr, da es für die Touristen ein Überangebot an Gastronomie gibt. Dank unserer vielen ungewollten Umwege sehen wir in Tampa auch arme Stadtteile mit einfachen Holzhäusern. Sind also doch nicht nur Millionäre in Florida unterwegs.

Das größte Vergnügen hier im Amiland ist für uns der Einkauf in den Supermärkten. Egal ob groß oder riesig, vom Parkplatz bis zur Kasse ist alle perfekt, der Service unbeschreiblich gut. In wenigen Minuten haben wir meistens alles erledigt und befinden uns wieder auf der Straße und müssen schwitzen – traumhaft 😉.

Stuart

Stuart gefällt uns. Das historische Zentrum ist zwar relativ klein und unspektakulär aber es führen 2 größere Strassen durch den Ort, an denen alle möglichen Geschäfte zu finden sind. Wir vermissen hier nichts. Mit Fahrrädern, die uns die Marina zur Verfügung stellt, erkunden wir die Umgebung. Fahrradfahrer?? Damit sind wir wie Außerirdische unterwegs, denn wir haben keine anderen Fahrradfahrer oder Fußgänger hier gesehen (außer in den Shopping Malls). Die Amerikaner bewältigen alle Wege nur im klimatisierten Auto. Parkplätze gibt es überall und reichlich.
Alle wichtigen Geschäfte für uns haben wir bereits gecheckt: Lebensmittelläden, Schiffsausrüster, Schuhgeschäfte 😉, Werkstätten und Fastfoodketten. Ganz besonders haben wir uns über einen ALDI Markt gefreut, denn darin haben wir u.a. Schwarzbrot 😀 entdeckt. Das Preisniveau insgesamt ist wieder gemäßigt.
Ab morgen haben wir einen Leihwagen und werden damit viele Wege erledigen können 🚙. Ausflüge nach Miami und in die Umgebung sind natürlich auch geplant.

Intracoastal Waterway ICW

Wir verlassen den „Millionärs Kiez“, wie Palm Beach auch genannt wird. Donald Trump selbst hat sein Domizil in Mar-a-Lago (West Palm Beach) und verbringt gerne die Wochenenden hier.Unsere Route ist diesmal ein Binnengewässer. Der ICW (Intracoastal Waterway) schlängelt sich bis New York. Wir motoren 8 Stunden gen Norden bis Stuart. Eine bemerkenswerte Strecke mit dekadenten Grundstücken, Villen und den entsprechenden Booten vor der Tür. 10 Brücken sind zu unterfahren, 60% davon Klappbrücken.
In der Sunset Bay Marina in Stuart sind wir sehr positiv überrascht. Der Standart und Service der Marina ist beeindruckend und wir freuen uns über viele Kleinigkeiten, wie seniorengerechte Stege 🙄, schnelles Internet an Bord, genügend Waschmaschinen, kostenloser Shuttle zum Supermarkt, kostenlose Fahrräder, Sanitäranlagen wie im Hotel und ne Captains Lounge mit Wohnzimmer-Charakter. Die kommenden 4 bis 5 Wochen wird die Marina unsere Basis sein. Reparaturen, Verproviantierung und Ausflüge stehen auf dem Plan.
Fotos von den Bahamas stehen bereit. Ist aber nichts für wetterfrustrierte Norddeutsche 😜

West Palm Beach, Florida

Die Bahamas haben wir nun Richtung Florida verlassen. North Bimini hat uns im Nachhinein doch noch mit seinem ganz speziellen Charme gefallen.
Wir planen nach West Palm Beach für die 80 sm nur einen Nachttörn, denn der Golfstrom strömt genau auf unserer Route und der wird uns schon schieben. Das Problem ist, wir haben keine Erfahrung wie sich das auswirken wird. Fakt ist, wir möchten bei Tageslicht ankommen.
Wir starten gegen 19 Uhr und zunächst kommen wir gut mit 5 kn Geschwindigkeit voran. Als wir den Golfstrom erreichen geht dann die Post ab. Mit durchschnittlich 8,3 kn und in den Spitzen mit 9,1 kn rasen wir durch die Nacht. Eine Zwischendurchberechnung sagt uns eine Ankunftszeit von 5.30 Uhr voraus. Da ist es noch stockdunkel 🙄. Durch ein Wendemanöver verlieren wir dann plötzlich für 1,5 Stunden enorm an Fahrt. Warum? Wir haben es nicht verstanden, denn wir sind ja auf dem Golfstromhighway geblieben. Nach einer erneuten Wende legt sich FantaSea wieder ins Zeug und wir machen ordentlich Speed. Ca. 3,5 bis 4 Knoten on top hat uns der Golfstrom an Geschwindigkeit beschert – klasse 😀, das macht richtig Spaß (auch wenn die ganze Nacht ruppig war und viel Verkehr auf See).
Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichen wir Palm Beach in Florida. Punktlandung!
Wir ankern zunächst vor dem Kreuzfahrt- und Cargoshipterminal und melden uns brav bei der Customs and Border Protection, denn auch hier will man wissen wer ins Land reist. Anschließend geht es auf dem Intercostal Waterway 4 sm weiter nach North Palm Beach zu einem sehr ruhigen Ankerplatz, denn danach sehnen wir uns seit einer Woche.
Im nahegelegenen Shoppingcenter genehmigten wir uns Hamburger und Pommes zur Wiederbelebung. 🍔🍟

Berry – und Bimini Islands

Ostern waren wir auf den Berry Islands, genau auf Chub Cay. Aber irgendwie springt der Funke hier auf den Bahamas nicht über. Vor Chub Cay z.B., ankerten wir in einer traumhaften kleinen Bucht mit weissem Strand, türkisfarbenes Wasser, das Klischee schlechthin, aber: 2 Tage lang viel zu viel Wind. Und als dieser endlich runterging kam heftiger Schwell und ließ das Schiff ordentlich rollen. An Land nicht viel besser. Das sehr hübsch angelegte Resort war leer, wie ausgestorben. Die Gastronomie geschlossen und der große Hafen – ein Geisterhafen, fast ohne Schiffe, denn ein Hurrikan hat die Insel vor ein paar Monaten heimgesucht.Rückblickend hatten wir in den Bahamas zu viele schlechte Ankerplätze und zu viele Ziele konnten wir gar nicht anlaufen, weil die Wassertiefe für FantaSea nicht ausreichend war oder die Inseln Privateigentum sind. Immerhin die Wasserqualität, -farben und die schneeweißen Strände sind überall top.

Gestern sind wir dann bei sehr angenehmen achterlichem Wind in 23 Stunden zu den Bimini Islands gestartet. Der Törn ging über die riesige „Great Bahama Bank“. Natürlich ein Flachwassergebiet mit Tiefen von 1,80 bis 6 Metern, d.h., Obacht und an den richtigen Stellen ausweichen.
Bei der Ankunft in North Bimini gab es den nächsten Dämpfer, denn einen geschützten Ankerplatz gibt es nicht. Also fahren wir in das Binnengewässer zwischen North – und South Bimini und suchen … vergeblich einen Ankerplatz. FantaSea hat zu viel Tiefgang, Mist.
Also suchen wir nen Liegeplatz in einer Marina und werden auch fündig. Aber auch das ist Murks, denn Tide und Schwell sorgen dafür, dass die Fender an den Holzdalben schubbern und verrutschen. Also noch mal den Platz wechseln, damit uns der Wind vom Steg abdrückt. Anschließend erkunden wir „Alice Town“, die Metropole auf North Bimini. An der einzigen „Hauptstraße“ gibt es ne Polizeistation, 2 spärlich ausgestattete Minimarktes und 2 bis 3 sogenannte „Variety Stores“. Alles ziemlich öde, und die einzige Bar in der Marina hat wegen Reparaturarbeiten geschlossen. Dann trinken wir unser Bier eben an Bord….🍻

Frohe Ostern

Wir hätten sehr sehr gerne diese Tage auch Sahnetorte, Lammbraten, Schokoladenostereier usw. Aber wir haben ja dafür schönes Wetter und diese berauschenden Farben „vor der Tür“.
Dem Massentourismus in Nassau kann man entkommen, z.B. auf der Privatinsel Highbourne Cay. Keine Menschenseele am Strand und das Wasserflugzeug und die Motoryacht stehen bereit – für wen eigentlich?
Uns armen Yachties ist es erlaubt die Gastronomie hier zu besuchen, aber das wars dann auch. Inselspaziergänger sind nicht erwünscht.
Allen Lesern wünschen wir erholsame Ostertage im beheiztem Wohnzimmer 😏.
Herzliche Grüsse von der FantaSea.

Nassau

Wir hatten einen sehr schnellen Segeltörn von der Privatinsel Highbourn Cay nach Nassau. Mit teilweise knapp 7 Knoten Speed sind wir 35 sm durch das sehr flache Gewässer gerauscht. Flach heißt, zwischen 2,50 und 6 Metern. Da gibt es keine Siesta….
Der Ankerplatz in Nassau ist schlecht. Viel Schwell und viel Strömung, dazu kommt noch Wind bis 20 kn. Deshalb verlegen wir uns heute auf die andere Seite der Brücken. Leider fanden wir im Internet keinen Angaben zur Höhe der Brücken ( es sind zwei). Skipper war zuversichtlich, dass es passt. Passte auch, und den Kick hatten wir on top.
Nun liegen wir vor dem Kreuzfahrtterminal. 4 bis 5 „Riesen“ kommen täglich und beglücken Nassau mit 10000 bis 15000 Urlaubern.
Hier ist das Drehkreuz der nördlichen Karibik , das weiß auch Abramovic, denn seine Megayacht „Eclipse“ ankert 2 Meilen vor der Einfahrt nach Nassau. Und wir mitten drin 🙄.

Festgefahren

Freitag Morgen ist es dann passiert. Nach einer aetzenden Nacht am Ankerplatz auf einem bockendem Schiff sind wir früh morgens gleich aufgebrochen und ZURUECK gesegelt, denn nur dort konnten wir ein Schlupfloch vor dem angekuendigten Nordwind ausmachen. Nach 7 sm waren wir gegen 10 Uhr vor Cambridge Cay. Anfangs war die Einfahrt zum Ankerfeld einfach, das Wasser tief genug. Je weiter wir jedoch in den geschuetzten Bereich vordrangen desto unuebersichtlicher wurde die Situation fuer uns. Sandbaenke und kleine Felsen rechts und links. Ein Fahrwasser nicht zu erkennen, dafuer zig Farbschattierungen des Wassers, die auch nicht zuverlaessig aufschlussreich waren. Echolot bei 0.00 Meter. Wir tasten uns langsam voran gegen die Stroemung. Und dann rumpelt es unterm Kiel. Wir sitzen auf Steinen fest. Sofort haben wir die Genua rausgeholt um das Schiff in Schieflage zu bringen, der Motor laeuft auf Hochtouren und das alles bei bis zu 22 Knoten Wind. Nuetzt nichts. Wir koennen uns nicht aus eigener Kraft befreien. Wir sitzen in einem sehr engen Kanal, links die Sandbank, rechts „Kissing Rocks“, ein Felsen.
Wie gut, dass es ein beliebter und gut besuchter Ankerplatz ist. Ca. 20 Schiffe liegen in 200 Meter Enfernung. Deshalb kommt auch bald das Rettungsteam, bestehend aus 4 Dinghy plus tatkraeftiger Crews. Die ersten Versuche uns einfach vom Stein zu ziehen scheitern, erst als eine Leinenverbindung vom Masttop zum Dinghy hergestellt wird, wodurch das Schiff noch mehr in Schieflage gebracht werden kann und gleichzeitig das Schiff gezogen wird, rumpelt sich FantaSea langsam frei.
Wir stehen leicht unter Schock und widersprechen nicht, als wir Geleitschutz bis zum Ankerplatz bekommen. Ueber Funk gibt es von uns ein grosses Dankeschoen und ne Einladung zum Bier.
Obwohl der Ankerplatz wunderschoen ist, sind wir nicht entspannt, denn irgendwann muessen wir aus diesem Labyrinth wieder raus.
Heute Morgen ist es dann so weit. Um 7.30 Uhr ist Hochwasser und wir – haben uns beim Verlassen der Bucht gerade wieder festgefahren. Das darf doch nicht wahr sein. Wieder dieser Adrenalinschub. Mit Muehe koennen wir uns diesmal allein befreien, denn unter uns ist nur Sand. Aber wir haben keine Ahnung wo dieses super schmale Fahrwasser, von dem die anderen Segler reden, ist. Wir sind ratlos und extrem nervoes, denn es ist auch kein Platz zum Wenden. Auf minimalstem Raum suchen wir das Fahrwasser und ploetzlich haben wir 3 Meter unterm Kiel. Alles gut, ausser dass die Crew nun extrem tiefengeschaedigt ist.

Segeln in den Exumas

Wir haben mehrere Tage benötigt, um uns in diesem schwierigen Segelrevier zu orientieren. Kannst hier alles haben, Wassertiefen um 2 Meter und gerne auch weniger, kaum Wind, dafür viel Schaukelei, 3 Knoten Gegenströmung in den Pässen. Gegenströmung am Ankerplatz, die uns beim Baden sofort von FantaSea abnabelt. Der Cruisingguide und die Naviagtionsoftware auf dem Plotter sind inzwischen unsere Bibel, die wir ständig studieren.
Grundsätzlich muß man sich entscheiden: fährt man auf der Luvseite der Inseln, also in der offenen See, mit ausreichend Wassertiefe. Das bedeutet aber immer zwischen 2 Inseln durch einen Pass, um auf der geschützten Leeseite der Insel zu ankern. Diese Pässe sind sehr schmal und die starke Strömung, Welle, Wind und ansteigender Meeresboden verwandeln die Wasseroberfläche in einen Hexenkessel. Oder, man fährt auf der sehr flachen Leeseite der Inseln, den „Banks“.
Nach 3- malige Passieren der Pässe hatten wir genug von der offenen See. Wir versuchten ein Nadelöhr in den „Banks“ zu finden, um in tiefere Gewässer zu gelangen. Leider waren wir in einem Irrgarten, denn jede Richtung endete bei 1,40 Wassertiefe. Also umkehren, das Kabbelwasser erneut queren um dann in tiefem Wasser zu schwimmen, heftig zu schaukeln und …zu Motoren. Alles nicht so einfach…
Wir versuchten es also noch einmal. Den übernächsten Pass wieder rein in die „Banks“ und endlich fanden wir einen Weg ins 4 bis 5 Meter tiefe Wasser. Regelmässige Anzeige von 0.00 Meter auf dem Echolot garantierten Spannung und Anspannung.
Entspannung und Zeit für Fotos hatten wir dann erst am Ankerplatz vor Staniel Cay.

Bahamas

3 Tage liegen wir vor George Town / Exuma Islands. Wir sind mitten drin in den Bahamas und es ist beeindruckend. Alle Klischees werden bedient. Ein riesiger türkisfarbener Pool um uns herum, soweit das Auge reicht. Weisse Strände, Mangroven und heute Morgen tummelten sich sogar Delphine im Ankerfeld. Die Inseln sind flach und wenig oder gar nicht bewohnt. Das Preisniveau ist astronomisch hoch, aber nach 2 Tagen waren wir orientiert und hatten uns arrangiert. Und dann waren da noch die 300 US Dollar für das Cruising Permit. Genau, ohne Eintritt zu zahlen, darf man in den Bahamas nicht segeln. Ist aber 365 Tage gültig….Wir sind erstaunt, denn mehr als 100 Yachten liegen hier zwischen Stocking Island und Great Exuma Island, meistens Amerikaner und Kanadier die hier die ganze Saison bleiben und eine große Community bilden.
Wir sind gerade unterwegs gen Norden. Es ist ziemlich tricki aus den extrem flachen Gewässern am Ankerplatz (2 -2,5 Meter Wassertiefe) zur offenen See zu gelangen. Fast 5 Meilen navigieren wir von Wegpunkt zu Wegpunkt, die der Revierführer mit genauen Koordinaten vorgibt.
Das Foto zeigt den rauen Naturstrand von Stocking Island an der Ostseite der Insel, also Richtung Atlantik.

Es gibt Kuba-Fotos im Blog von Cayo Largo, Cienfuegos, Havanna, Santiago und eine bunte Oldtimerkollektion.

Cuba Libre oder Kapitalismus durch die Hintertuer

Dass wir keine Kubafans geworden sind, ging ja aus unseren Berichten hervor. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dort sind zum groessten Teil hausgemacht, denn der Bevoelkerung wird es nicht ermoeglicht in Eigeninitiative eine Existenz aufzubauen. Seit Raul Castro an der Macht ist, gibt es jedoch einige Ausnahmen. Zum Beispiel sind die Haeuser und Wohnungen nun in Privatbesitz und man kann auch ein Auto, Motorrad oder Fahrrad privat besitzen. Dieses Kapital darf verkauft, gekauft oder vermietet werden. Dadurch sind zahlreiche Existenzen entstanden, denn es gibt ueberall reichlich private Unterkuenfte und Taxis. Der Staat beobachtet das argwoehnisch, hat aber kein Problem damit, dafuer Steuern zu kassieren. Die meisten Kubaner allerdings sind nicht im Besitz einer vermietbaren Immobilie / Fahrzeug. Das entsprechende Kapital dafuer ist nicht vorhanden und kann auch nicht besorgt werden. Auslaender koennen natuerlich nicht investieren, denn dann kaeme der Klassenfeind ja wieder durch die Hintertuer in’s Land. Diese Misere haben wir in vielen Gespraechen mit jungen Kubanern gehoert.

Insbesondere Jorge aus Cienfuegos und seine Familie haben uns das sehr deutlich beschrieben. Dort ist auch die Idee entstanden und in den letzten 3 Wochen ausgereift: Jorge und sein Bruder sind jung und haben noch richtig Ehrgeiz sich aus der Misere zu befreien. Sie wollen etwas machen und sie wissen auch schon wo das Geld auf der Strasse liegt. Wenn sie in Besitz eines gut erhaltenen Oldtimers waeren, koennten sie damit sehr gute Einkuenfte erzielen, denn Touristen zahlen reichlich Geld fuer jede Art von Touren durch das Land. Wir selbst sind ja auch mit einem Privatfahrer und seinem Oldtimer 3 Tage durch das Land gefahren und haben EUR 50/Tag bezahlt. Lange Rede, wenig Sinn: Wir haben mit Jorge einen inoffiziellen Joint Venture entwickelt. Wir stellen das Kapital zur Verfuegung und Jorge kauft davon 2 Oldtimer, die von ihm und seinem Bruder als Taxis gefahren werden. Wir erhalten monatlich eine feste Summe und alles was darueber hinaus geht, wird fuer die Autos und zum Leben verwendet. Eine super win-win Situation, denn eine hoehere Rendite koennten wir fuer unser Geld nicht bekommen. Der erste Wagen wurde heute bereits gekauft – ein Chevrolet BelAir Cabriolet Bj. 1955 Top Zustand.

Seetag 5

Noch ca. 6 Stunden, dann duerften es hell sein und wir am Ziel, George Town / Exuma Bahamas. Seit gestern Abend und die ganze Nacht hindurch hatten wir nen Fuss auf dem Bremspedal. Wie das geht beim Segeln? Segelflaeche verkleinern, d.h, reffen. Ist schon verreuckt, erst beklagen wir uns tagelang ueber zu wenig Speed und urspruenglich hatten wir gehofft die ca. 420 sm (750 km)in vier Tagen zu wuppen und nun schiebt uns der raume Wind seit gestern Nachmittag kraeftig genug, dass wir George Town mitten in der Nacht erreicht haetten. Ne danke, in diesen extrem flachen und von Untiefen /Steine gespickten Gewaessern wollen wir schon gerne sehen wo wir hinsteuern. Deshalb die Notbremsung.
Mit Wind aus 120 Grad, 3 Knoten Geschwindigkeit und 0,5 m Welle schleichen wir durch die dunkle sternenklare Nacht.

Kurs 360 Grad

Endlich endlich konnten wir gestern abend den Motor abstellen und segeln. Und noch besser, der Wind drehte nach und nach von Nord auf Nordost und Ost. D.h., direkter Kurs Bahamas. Das hebt die Stimmung und wir beschaeftigen uns nun mit moeglichen Ankunftszeiten. Unser genaues Ziel sind die „Southern Exuma Cays“, George Town. Der Exuma Market in unserem Revierfuehrer macht Werbung mit allen moeglichen Leckereien und freut sich uns zu sehen. Wir uns auch 😉
Das Foto zeigt sehr schoen unseren zurueck gelegten Track. Einfach geht anders, aber da gibt es den Slogan „It’s better in the Bahamas“. Wenn das kein Grund ist dieses ungemuetliche Segelrevier zu durchkreuzen.

Seetag 2

Vor 48 Stunden sind wir aus dem Kanal von Santiago de Cuba gefahren. Die Fischer auf ihren Reifenschlaeuchen winken und rufen „Alemania“. Seitdem haben wir gerade mal 183 sm zurueck gelegt. Kein bis wenig Wind und auch gerne mal von vorne. Welle und Stroemung versetzen uns in die entgegengesetzte Richtung. Eigentlich genauso wie vor einer Woche, aber Welle und Wind sind moderater und so motoren und kreuzen wir langsam aber stetig, Meile um Meile. Heute Abend soll der Wind nach Osten drehen…das waere so schoen.
Wir koennen zur Zeit nur 300 Grad anlegen, d.h., wir fahren fast parallel zu Kubas Nordkueste. Die sieht uebrigens genauso aus wie die Suedkueste, karge Berge und fast keine Zivilisation.

Abschied von Kuba

.. und den phantastischen alten Amischlitten. Dem Modell auf dem Foto sagt man nach, dass es schwimmen kann. Gut moeglich bei den Flossen.
Viel Zeit haben wir auf Kuba mit Organisieren und Warten verbracht. Internet, Diesel, Visum, Handwerker, Transport, Eier und vieles mehr. Immerhin gibt es reichlich Gemuese auf dem Markt. Aber die Supermaerkte… die fuer uns einfachsten Dinge, wie Marmelade oder Tee…Fehlanzeige. Schweinefleisch wird ebenfalls auf dem Markt angeboten, alles andere wie Fisch, Gefluegel oder Rind bekommt man hoechstens mal wenn man Schlange steht.
4 Tage hat der Skipper mit Reparaturen und Wartungsarbeiten verbracht, weshalb wir in Santiago und Umgebung nicht alles sehen konnten. Aber der super schoene und gepflegte Friedhof mit den spektakulaeren Graebern von Jose Marti, Senor Baccardi und Fidel Castro war ein Muss.

Unser Plan ist, bis zu den Bahamas durchzufahren, ohne weiteren Zwischenstop. Ob wir den Plan einhalten koennen? Wir werden von unterwegs berichten. Gruesse von der FantaSea

Santiago de Cuba

Wir sind wieder auf Kuba. Genau ankern wir vor der „Nautica y Marina Santiago de Cuba. Was ist passiert?
Samstag Abend, 19 Uhr. Wir stampfen gegen Wind und Welle mit 3 Knoten Geschwindigkeit gen Osten. Und wir rechnen – ununterbrochen. Guantanamo erreichen wir mitten in der Nacht, daraus wird also nichts, die einzige verbleibende Ankerbucht an diesem Kuestenstreifen, „Baiquri“, wuerden wir am naechsten Vormittag anlaufen. Aber, wir vermuten, dort koennen wir nicht lange bleiben, was aber noetig ist. Denn es hat sich ein kraeftiger Nordwind angekuendigt. D.h.,bei unserem langsamen Tempo schaffen wir es nicht den oestlichsten Zipfel Kubas rechtzeitig zu erreichen, um vor diesem Nordwind „Punta de Maisi“ und die Passage mit den Stroemungen zu passieren. Also treffen wir die Entscheidung: Wenden um 180 Grad. 15 sm zurueck nach Santiago de Cuba, neue Visa kaufen und diverse Gebuehren bezahlen. Um 22 Uhr erreichen wir die Einfahrt zur Bahia de Santiago de Cuba. Wir fahren vorsichtig und hoch konzentriert durch die Betonnung. Voll krass, Fischer sind auf Autoreifen im Fahrwasser unterwegs, nur mit einer Stirnlampe ausgeruestet. Natuerlich wird unsere Anreise verfolgt und wir bekommen per Funk Instruktionen wo wir ankern duerfen.
Nach der Einklarierungsprozedur am naechsten Morgen (7 Uhr) starten wir mit der Faehre nach Santiago de Cuba (10 km). Das Landschaftsbild ist gepraegt von hohen Bergen und von vielen Industrieanlagen, die mit ihrem Schmutz Wasser und Luft sehr stark belasten. Santiago selbst ist interessant. Es gibt noch viel koloniale Architektur und auf der Terasse des wunderschoenen alten Hotel Casa Grande haben wir einen Logenplatz. In der lange Fussgaengerzone gleich um die Ecke gibt es nicht allzu viel zu kaufen, doch uns gefaellt es hier zu flanieren und die spaerlichen Auslagen und die erloschenen Neonreklamen aus den 1950er-Jahren zu betrachten.
Dann sind da noch Santiagos „Verkehrsadern“, nicht extrem voll, aber die alten Fahrzeuge, die dort unterwegs sind extrem laut und extrem schmutzig (Abgase). Am Abend brennen uns die Augen und wir wuenschten uns mehr Umweltbewusstsein. Aber positv: Plastiktueten gibt es nicht. In der Not landen die Broetchen schon mal im mitgebrachten leeren und vorher ausgespuelten Waschpulverplastikbeutel.

Diese Reise kann dauern

15 Stunden blieben wir von den Offiziellen unbehelligt. Aber wer glaubt, auf Kuba kann man einfach so unbemerkt in eine relativ einsame Bucht fahren…Irrtum. Punkt acht Uhr klopfte ein Offizieller an die Bordwand und bat um Einlass. Er hatte sich von einer Fischersfrau bei recht heftigen Wind und Boen (bis zu 30 Knoten) zu uns rudern lassen. Paesse werden kontrolliert und man macht uns schnell klar, dass wir trotz des sehr windigen Wetters weiter muessen. Wir diskutieren mehrmals, bezueglich des Windes und des sicheren Ankerplatzes, doch vergeblich. Vorschrift ist Vorschrift. Wir troedeln noch ein paar Stunden herum, was dazu fuehrt, dass der Assi vom Commandante noch einmal vorbei kommt und nervt. Also starten wir am spaeten Nachmittag in die Nacht.
20 Stunden motoren wir nun bereits gen Osten, gegen Wind und Welle. Wir kommen nur langsam voran und der Kompass unseres Autopiloten streikt nun auch noch. Ziemlich frustierend. Es ist bereits der 2. Kompass, die Lebenserwartung laesst zu wuenschen uebrig. Wahrscheinlich hat der zu viel Sonne abbekommen, was sonst. Nun muessen wir, wenn der Wind einschlaeft, per Hand steuern. Eddi, unsere Windfahnensteuerung reagiert nur wenns entsprechend pustet.
Wohin es geht? Die Wettervorhersage ist gruselig. Entweder gar kein Wind oder auf die Nase. Ein Plan ist, bis Guantanamo durchfahren, dort ankern und das Wetter abwarten (vielleicht lassen uns die Amis ja rein). Aber bei dem Schneckentempo kann das noch dauern…..

Unterwegs

4 Stops vor unbewohnten Inseln liegen hinter uns. Schoene Tage bei bestem Wetter und Lobster satt. Auf Wunsch der Fischer haben wir die Lobster mit Rum und Seife bezahlt – und alle waren gluecklich.
151 sm in 33 Stunden von „Cayo Alcatrazita“ bis zur Ankerbucht „Ensenada Marea del Portillo“ an der Suedkueste Kubas. Den angekuendigten guenstigen Nordwind haben wir genutzt um einen laengeren Schlag zu segeln. Von motoren haben wir naemlich erstmal genug und der Weg zu den Bahamas ist noch weit. Mit durchschnittlich 5 Knoten hatten wir gestern einen wunderschoenen Segeltag. In der Nacht nahm der Wind zu und es wurde recht ruppig. Leider waren wir dabei nicht mal schnell, zwischen 4 und 4,5 kn Geschwindigkeit. Hinter dem Cabo Cruz heute Frueh hofften wir auf moderate Bedingungen durch die Landabdeckung. War aber nicht, denn der Wind hatte inzwischen auf Nordost gedreht und die Boen kamen teilweise mit ueber 30 Knoten von schraeg vorne. Und die Wellen natuerlich auch. So konnten wir nur mit Motorunterstuetzung gegenan bolzen. Nach 3 Stunden kamen Wind und Wellen endlich runter und wir konnten die restlichen 25 sm zum Ziel motoren und dabei Diesel verbraten 😦
Unser Weg fuehrte uns ganz dicht an der rauen unbewohnten Suedkueste Kubas entlang. In der Ferne sehen wir die hohen Berge der Sierra Maestra, die sich mit knapp 2000 Meter Hoehe direkt am Meer befindet. Dieser Kuestenabschnitt mit dem hoechsten Berg Kubas (1974 m)und Wassertiefen von ueber 7200 m in den Caymangraben hat auf der Erde die groesste Hoehendifferenz auf dieser kurzen Distanz. Ups, da wird uns ja ganz schwindelig…. Foto: unser Ankerplatz in der Bucht von Ensenada Marea de Portillo.