Seetag 3

Gestern Abend wurde der Wind staerker. Bis zu 26 kn und dazu eine voellig konfuse Welle von 3 bis 4 Metern. Und die bekannten Ausreisserwellen, die nicht unter FantaSea hindurch rollen wollen knallen laut gegen die Bordwand und versetzen dem Schiff nen ordentlichen Hieb zur Seite. Sehr sehr unangenhem und anstrengend fuer die Crew. Nicht mal Tempo konnten wir bei diesen Bedingungen machen. Der heutige Tag praesentiert sich schon wieder moderater. Wind und Wellen haben sich beruhigt und wir kommen unserem Ziel auf direktem Kurs zuegig naeher. Genauso stellen wir uns das auch vor.

Tagesetmal: 117sm
Position um 11.00 UTC: 41Grad43’N – 022Grad46’W

Seetag 2

Ununterbrochen 25 Stunden lief der Motor, aber heute morgen um 5 Uhr kam endlich Wind. Seitdem segeln wir bei guten Bedingungen gen Norden. Die Sonne scheint und wir verbringen viel Zeit im Cockpit. Herrlich!
Leider zeigt uns der Wetterbericht ab Donnerstag ein Flautengebiet auf unserer Route, dem wir nicht ausweichen koennen, da es zu gross ist. Somit stehen die Chancen gut, die Anzahl der Motorstunden auf diesem Toern beachtlich zu erhoehen ;(

Tagesetmal: 106 sm
Position um 11.00 UTC: 39Grad50’N – 023Grad05’W

Seetag 1

Absprung geschafft! Das war nicht leicht, denn nun verlassen wir endgueltig die „Barfussroute“. Im Klartext, wir tauschen Flip Flops gegen festes Schuhwerk und die Sonnenbrillen gegen Regenschirme. Wir setzten den Kurs auf Nordeuropa und ignorieren tapfer die starke magische Anziehungskraft aus Galizien, dem Schlemmerparadies im sonnigen Nordspanien.
Die ersten 10 Stunden sind nicht langweilig. Unter der Kte haben wir mit wechselhafte Winden und Stroemungen zu tun. Mit gut 3 kn segeln wir gemuetlich langsam durch die Nacht und hoffen, dass der Wind nicht voellig einschlaeft. Was er dann um 4 Uhr aber doch tut 😦

Tagesetmal: 101 sm
Position um 1100 UTC 38Grad24’N – 023Grad47’W

Sao Miguel

Zwei Tage lang haben wir die Azoreninsel Sao Miguel befahren, und wir haben viel gelernt:
1. Sao Miguel ist grün
2. Die EU buttert reichlich Kohle in den hiesigen Straßenbau
3. Wein ist fast so preiswert wie Wasser
4. für die männlichen Leser: Hortensien ist keine Biersorte, sondern große blau-violette Blumen 😛.
Die Insel bietet soviel Highlights, dass es unmöglich ist, hier alle zu beschreiben. Aber ganz sicher ist es ein riesiges grün-blaues Szenario. Auf dem Foto sind die Kraterseen Lagoa Azul und der Lagoa Verde, welche wir heute ohne den üblichen Wolkenschleier bewundern konnten.
Hattenwamaglück 😃.

Unterwegs auf Sao Miguel…

…und das ist fantastisch. Tiefe grüne Schluchten, Hortensien soweit das Auge reicht, und satt grüne Felder und Wiesen, dass es kitschig aussieht. Sao Miguel fasziniert uns, auch wenn es am Kraterrand mal wieder heisst: „wie man sieht, sieht man NICHTS“, weil die Wolken uns die Sicht versperrt.
35 % Gefälle bewältigen wir zu Fuß, um uns das winzige Fischerdorf am Ponta do Arnel anzuschauen (Video). Aber das ist nur einer von zig Highlights heute. Und weil es so schön war, starten wir morgen früh in die andere Himmelsrichtung.

Ponta Delgada, Sao Miguel

Wir waren ein bißchen faul in den letzten Tagen mit unseren Posts und es kamen schon die ersten Klagen…Am Mittwoch Morgen sind wir von Horta aufgebrochen um die 150 Seemeilen nach Ponta Delgada zu segeln. Donnerstag Nachmittag sind wir angekommen. Spaß geht anders, denn in dieser Zeit konnten wir mangels Wind nur 7 Stunden segeln. Das Azorenhoch macht jedes Segelboot zum Motorboot 😩. On top hatten wir noch viel Nebel.

In Ponta Delgada liegen wir in einer Marina, die uns nicht wirklich gefällt, denn es kommt Schwell in den Hafen. Vorteil, es ist günstig und liegt direkt an der charmanten Altstadt von Ponta Delgada. Eine erste Inspektion des Ortes hat uns gefallen. Es gibt hier viele enge Gassen mit kreativen Mustern im Kopfsteinpflaster.
Der Mietwagen für die Inselrundfahrt ist bereits reserviert.

Neue Fotos sind im Fotoalbum. Nordatlantik und Faial sowie Faial/Azoren

Vulkan Caldeira

Eine kurvenreiche Fahrt mit unserem Leihwagen führt uns zum Rand des Vulkans Caldeira von Faial. Wir wandern in 2,5 Stunden einmal um den Krater der knapp 2 km Durchmesser hat. Schwierigkeitsstufe „mittel“ bis „hoch“ ist bei diesem Rundgang zu bewältigen – zum Glück sind die Maßstäbe seniorengerecht 😜. Während wir selbst auf 1000 Meter über dem Meer stehen, fällt das Gelände vor uns 400 Meter tief hinab auf den Grund des Kraters. Zwischendurch lässt sich ein ganz wenig die Sonne blicken und wir können den sumpfigen Grund des Kraterbodens erblicken und in der Ferne unter den Wolken auch das hellblaue Meer. Leider sind die Nachbarinseln nicht zu sehen, aber die üppige Natur, die Ruhe und die gespenstische Szenerie hier oben entschädigt uns. Ein toller Ausflug!

Mission erfüllt

Wie bereits erwähnt, gibt es hier eine große Gemäldeausstellung unter freiem Himmel. Auf der hunderten von Metern langen Galerie rund um die Marina liegt alles dicht bei dicht. Logos, Comics, abstrakte Zeichnungen, maritime Fantasien, Strichmännchen, tolle Farbenspiele, und auch Fabelwesen und nackte Frauen werden gemalt. Nackte Männer – Fehlanzeige ☹️. Stundenlang kann man entlang dieser farbenprächtigen Kaimauer flanieren und von fernen Ländern und Meeren träumen.
Mangels künstlerischem Talent haben wir uns für die minimalistisch und klassisch Blau-Weiß-Variante entschieden.

Horta

Das Foto sagt eigentlich alles… schön!
Deshalb sind wir häufiger zu Fuß unterwegs, irgendwann müssen wir ja mal wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Langfahrtsegler haben nämlich keine Muskeln, außer Lachmuskeln 😂.
Zwischendurch sind wir mit Farben und Pinsel unterwegs und versuchen uns hier an der Hafenmauer zu verewigen. Es ist eine Tradition, dass jede Crew, mehr oder weniger erfolgreich, hier an der Hafenmauer ihr Schiff darstellt. Und der Mythos um diese Tradition besagt, dass diese künstlerische Arbeit eine sichere Weiterreise garantiert.
Fortsetzung folgt….

Peters Cafe Sport

…ist seit Jahrzehnten eine Institution in Horta. Der Besuch dieser kleinen Bar in direkter Nähe der Marina und dem Ankerplatz ist ein Muß für jede Segelcrew. Hier treffen sich Segler aus der ganzen Welt auf ihrem Weg über den Nordatlantik. Die Bar hat viel Charme, denn überall hängen Flaggen, Bilder und Aufkleber der Boote, die hier waren. Wir sind fast täglich hier und saugen diese tolle Atmosphäre auf. Klar, daß hier nicht nur Segler kommen…

Hier Fotos von den Bermudas