FantaSea verkauft

Wir haben uns in Wilhelmshaven von unserer FantaSea verabschiedet. Peter, der neue Eigner, war schon am Anfang des Jahres sehr an ihr interessiert, als wir noch in Panama waren. 10 Monate später in Wilhelmshaven kam er bereits 2 Tage nach unserer Ankunft zu uns und hat sich das Schiff eingehend angesehen. Bis zur Einigung hat es nicht mehr lange gedauert. Hier zur Erinnerung unser Verkaufsvideo.

Es war eine tolle unvergessliche Zeit und wir werden sie sehr vermissen 😢!

Resümee

Die Reise ist beendet. Bis wir das richtig realisiert haben, wird es noch einige Zeit dauern. Wir ziehen ein Resümee in vielerlei Hinsicht. Hier nur ein paar technische Daten: 16.600 Seemeilen (30.700 Km), 36 Länder, unzählige Inseln und so viele nette Bekanntschaften mit Menschen aus der ganzen Welt. Die Reise hat in jeder Beziehung unsere Erwartungen übertroffen. Unsere FantaSea war das richtige Schiff für eine solche Reise und sie hat uns jederzeit sicher an’s Ziel gebracht. Dafür haben wir sie gepflegt und ohne Wartung und kleinere Reparaturen ging es natürlich nicht. Seglerisch und seemannschaftlich haben wir diese Herausforderung sehr gut bestanden. Nach anfänglicher Nervosität hatten wir schnell Vertrauen in das Schiff und unsere Fähigkeiten.

Wir behalten Erinnerungen, tausende Fotos und Kontakte zu neuen Freunden, die wir gewonnen haben. Überhaupt waren die Begegnungen mit den vielen Seglern und Einwohnern der Länder oft das „Salz in der Suppe“.

Mit unserem Blog haben wir uns ein Tagebuch geschaffen, in dem jeder mitreisen konnte. Wir haben uns über die vielen Kommentare und separaten Emails gefreut, denn so hatten wir interessierte virtuelle „Mitsegler“, die sich an unserer Reise erfreuen konnten. Viele waren „stille Mitreisende“.

„Wo war es am schönsten ?“ ist die am häufigsten gestellte Frage. Das ist sehr schwer zu beantworten, denn es gab kaum Orte, die uns nicht gefallen haben. Zu den „Top 10“ gehören u.a. Grenada, Tobago, Kolumbien und die Azoren. Kolumbien werden wir bekanntermassen treu bleiben, denn dort haben wir uns einen Wohnsitz zugelegt, an dem wir regelmäßig zurückkehren wollen.

Was wird aus FantaSea? Über Neuigkeiten werden wir hier später berichten.

Seetag 3…und ANGEKOMMEN

Die letzte Nacht unterwegs auf der Nordsee war stockdunkel. Neumond! Der Südwestwind hat uns viel zu schnell voran getrieben, auf der einen Seite die Ostfriesischen Inseln und Fischerboote und auf der anderen Seite Windparks und das Fahrwasser der Frachter. Viel zu schnell, denn schon um 4 Uhr morgens hatten wir das Fahrwasser in die Jade erreicht. Nachdem wir uns ne Weile gegen eine heftige Strömung durch die Betonnung gequält hatten und kaum voran kamen, war klar, ein Plan B muss her. So haben wir in der Morgendämmerung vor Wangerooge den Anker geworfen um zu frühstücken und darauf zu warten, dass die Strömung kippt. Knapp 3 Stunden später waren wir wieder unterwegs. Mit über 7 kn gegen Wind und Wellen – 3 mal so schnell wie in der Nacht! Nun liegt FantaSea in Wilhelmshaven, das Wasser ist nicht mehr türkis sondern ungelogen! dunkelbraun. Immerhin haben wir den Sommer mitgebracht. Bei angenehmen Temperaturen geniessen wir den Nachmittag im Cockpit.

Seetag 2

Der Nordwestwind treibt uns gut voran, je nach Stroemungsrichtung mal mehr, mal weniger schnell. Der Verkehr ist nach wie vor hoch und dazu kommen Bohrinseln und zig Untiefenbetonnungen, die umfahren werden muessen. Zum Glueck ist alles gut beleuchtet. Die Bohrinseln sehen bei Nacht wie beleuchtete Weihnachtsbaeume aus – schoen, aber ne festliche entspannte Stimmung kommt nicht auf, wenn man mit ueber 7 kn nachts durch die Nordsee rauscht.
Positiv ist, dass die Tage und Naechte weniger kalt sind als befuerchtet. So kommen wir mit unseren Jacken, Decken und Heissgetraenken ganz gut klar ohne zu frieren.

Tagesetmal: 109sm
Position 0630 UTC: 53Grad30’N – 005Grad19’O

Abschied…

..von England.
Nun haben wir den Absprung geschafft und die ersten 24 Stunden liegen hinter uns. Die Meteorologen haben leider gelogen. Das Wetter/ Bedingungen waren gar nicht moderat. Im Gegenteil, die ersten 20 Stunden waren anstrengend und laut durch die heftigen Schiffsbewegungen. Dass Welle und Wind von schraeg vorne kommen wuerden war uns klar, aber dass der Wind statt mit 15 kn staendig mit 24 kn blaest war aus der besagten Richtung sehr ruppig. Zwischendurch immer wieder dunkle Wolkenfelder mit Boen und Regenschauern. Und nicht zu vergessen, die viele Grossschifffahrt die hier unterwegs ist. Nichts da alle 30 Minuten den Ausguck machen….
Jedenfalls waren wir beide ziemlich geschlaucht. Heute Morgen hat sich der Wind und die Wellen beruhigt. Die Sonne scheint und im Cockpit ist es waermer als im Schiff 😉

Tagesetmal : 110 sm
Position 7.30 UTC 32Grad14’N – 003Grad24’O

Dover White Cliffs

Wir vertreiben uns die Zeit mit Busausflügen in die umliegenden Orte und Spaziergängen. Heute waren wir auf den Kreidefelsen (White Cliffs) und hatten Glück. Erstens war das Gekraxel halb so schlimm und zweitens war die Sicht so klar, dass wir das französische Festland sehen konnten. Ca. 34 km ist der Ärmelkanal hier nur breit.
Im Hintergrund auf dem Foto ist der Fähranleger und der Kreuzfahrterminal von Dover zu sehen. Alles ziemlich geschäftig da unten. Die LKW`s reihen sich auf den grossen Zufahrtsstrassen dicht an dicht aneinander, die Fähren fahren im Halbstundentakt rein und raus und in und um Dover tummeln sich die vielen Passagiere vom „Costa Cruiser“.
Oben auf den Kreidefelsen gibt es saftig grüne Wiesen und kleine Pfade, die man aus Sicherheitsgründen nicht verlassen sollte. Denn entweder tritt man in ein tiefes Kaninchenloch oder in den Abgrund. Und beides ist nicht schön 😉.
Wann wir weiter segeln? Ja, das wissen wir selbst nicht so genau. Heute Nacht und morgen Vormittag zieht erstmal ein Sturm mit bis zu 50 kn Wind über die Nordsee. Den wollen wir auf jeden Fall verpassen 😀.

Im Blog sind 4 Alben mit Fotos von Südengland zu sehen. Fotos, Fotos, Fotos.

Stürmische Zeiten

Sturm, Regen und Luftdruck unter 1000 hPa…. das sind die aktuellen Aussichten für den Ärmelkanal und die Nordsee. Dazu starke Strömungen und eine der am dichtesten befahrenen Seefahrstraßen der Welt. Bei solchen Bedingungen wollen wir uns nicht raus wagen.
Was machen wir hier eigentlich? Die Karibik ist ja zur Zeit auch keine Option. Die Inseln, die zur Zeit von „Irma“ zerstört werden, haben wir vor nur 6 Monaten besucht. Wir bleiben zwangsläufig die nächsten Tage in Dover und beschäftigen uns ausgiebig mit der Vorhersage für Windrichtung, Windstärke, Strömung, Wellenhöhe, Wellenrichtung, Schleusenöffnungszeit, Niederschlag und Distanzen zu möglichen Zielhäfen. Aaach, wie schön einfach war es in der Karibik….wenn nicht gerade ein Hurricane durchzieht 😉

Dover

Bei ungemütlichen grauen Bedingungen verlassen wir Brighton am Mittwoch um 8.00 Uhr. Gerne wären wir früher gestartet, da die 65 sm bis Dover nur schwierig bis zum Einbruch der Dunkelheit zu schaffen sind. Aber die Hafeneinfahrt ist 2 Stunden vor und nach Niedrigwasser nicht passierbar – zu geringer Wasserstand. Der Wind kommt ziemlich genau von hinten, so schaukeln wir durch die ruppige See. Gegen Mittag kommt dann die Sonne durch und wir können den Kurs ändern und haben einen relativ warmen Nachmittag auf See. Leider schläft der Wind unterwegs ein, d.h. wir müssen motoren. Am späten Nachmittag kippt dann die Strömung endgültig gegen uns und wir kommen nur langsam voran. Als die Sonne untergeht sind wir 4 sm vor der Hafeneinfahrt Dover. Per Funkkontakt wird uns erklärt, dass das Ankerfeld geschlossen ist und wir in der Marina an den Steg müssen. Puh, das mögen wir gar nicht – im Dunkeln anlegen. Als wir im grossen Hafenbecken der Fähren ankommen, werden wir von einem Safety-Boat erwartet, welches uns bis in die Marina eskortiert. Was für ein toller Service! In der Marina müssen wir dann unseren Liegeplatz alleine suchen. Zum Glück ist die Beleuchtung ausreichend und wir haben beim Anlegen beste Bedingungen, nämlich absolut windstill. Um 22 Uhr liegt FantaSea sicher am Steg und wir lümmeln auf den Sofas.

Foto: auf der Wandmalerei wird sehr schön bildlich dargestellt, woran hier im Brexitland gearbeitet wird.

London calling

Da es so einfach ist, setzen wir uns in den Zug und sind in kürzester Zeit im Zentrum von London. Zugegeben – 8 Stunden sind für London wenig Zeit, aber es reicht, um am Abend platt zu sein. Sehenswürdigkeiten im Stunden-Takt und Menschenmassen, wohin man geht. Die Preise sind gesalzen, vor allem im Luxuskaufhaus „Harrods“. Da kostet die Musikanlage mal eben über EUR 200.000 und der Fummel für die Dame mehr als EUR 20.000. Austern und Champagner in der Food Hall des Edeltempels verkneifen wir uns, sogar das Sandwich.
Merke: als Kontrastprogramm ist London prima, aber nach einem Tag war unser Bedarf an Großstadtgetümmel auch gesättigt. London ist eine riesige Metropole mit anderen Dimensionen als Hamburg.
Foto: Tower Bridge

Brighton

Englands grösstes Seebad ist bunt und versprüht den Charme längst vergangener Zeiten. Der blaue Ärmelkanal und der kilometerlange Kiesstrand ziehen vor allem am Wochenende die Badegäste an. Brighton überrascht uns positiv mit einer attraktiven Altstadt, die viel Atmosphäre durch seine zahlreichen kleinen Geschäfte, Cafés, Pubs und Restaurants hat. Heute war die Stadt voll, da es ein schöner Sommertag war. Teilweise herrschte ein Gedränge wie in der hamburger Mönkebergstraße in der Adventszeit.

London ist von Brighton in nur 50 Minuten mit dem Zug zu erreichen…uuups. Wir bleiben noch ein paar Tage im Brexitland 😉

Im Solent unterwegs…

….das ist kein Kindergeburtstag. Permanent müssen wir aufmerksam sein. Hier wimmelt es von Frachtern, Fähren, Regatten und zig Motorbooten. Sogar die Queen Mary 2 ist heute mal wieder aus Southampton ausgelaufen und hat mit uns allen den Solent passiert.Viel Sonne und 14 kn achterlicher Wind haben uns zügig ans Ziiel gebracht. Nun ankern wir im Chichester Habour. Kostenlos – auch mal schön!!

Solent / Isle of Wight

Der Solent ist eine Meeresenge zwischen Südengland vor Southampton und der Isle auf Wight. Es wird dem Segler alles geboten, was er sich so wünscht 😉. Über 4 Meter Tidenhub, bis zu 4 Knoten Strom, viel Schiffsverkehr und ne anspruchsvolle Navigation. Hier heißt es die Bedingungen realistisch einschätzen, gut planen und trotzdem flexibel sein. Da die Gezeitentabelle unseren Fahrplan vorgibt, sind wir froh, dass es im ganzen Solent eine tolle Infrastruktur gibt. So können wir in kleinen Tagesetappen gen Osten segeln.
Seit ein paar Tage sind wir nun auf der Isle of Wight bei grösstenteils bestem Wetter. Wir liegen in der Marina in Yarmouth und erkunden von hier mit dem Bus die Insel. Die Süd- und Westküste hat spektakuläre Küsten zu bieten, wir sind beeindruckt.

Go East

Viel viel Sonne, aber null Wind. Wir starten dennoch heute Richtung Osten, denn wir möchten Wilhelmshaven gerne vor dem Wintereinbruch erreichen.Wir motoren die 24 sm in die Studland Bay um dort zu ankern und morgen weiter zur Isle of Wight zu MOTOREN. Wind ist nicht ….und wird auch bis Donnerstag nicht sein.
Die Fahrt entlang der südenglischen Küste ist bei dem Traumwetter traumhaft. Zur Unterhaltung begegnet uns die Formel 1 auf dem Wasser. Fünf Rennboote kündigen bereits im Abstand von 2 km laut dröhnend ihre Ankunft an und zischen an uns vorbei, denn hier gibt es kein „fucking speed limit“.
Als wir die Ankerbucht erreichen, sind wir erstmal überrascht. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Mehr als 150 kleine und grosse Boote liegen hier vor Anker. Es geht zu wie auf dem Jahrmarkt. Alles was schwimmt ist auf dem Wasser und bewegt sich durch die Bucht.. Von der Luftmatratze über Jetski bis zum hochmotorisierten Motorboot. FantaSea schaukelt ordentlich hin und her und wir müssen beim Baden auf unsere Köpfe aufpassen.

Foto: zum Glück keine Eisberge, sondern ein Teil der südenglischen Küste.

Weymouth

Von Dartmouth fahren wir die 55 Seemeilen nach Weymouth. Dabei müssen wir das „Portland Race“ passieren, ein Gebiet mit sehr starken und gefährlichen Strömungen, wenn man zur falschen Zeit dort ist. Es galt also sehr genau zu planen und es hat bestens gepasst. Mit kleinster Segelfläche sind wir mit Wind und Strömung ums Kap der „Isle of Portland“ gerast. Da wir erst nach Sonnenuntergang vor Weymouth angekommen wären, haben wir die Nacht in Portland Harbor geankert und sind am nächsten Morgen in den Hafen Weymouth gefahren (Bild). Wie schon vor 4 Jahren sind wir von der Szenerie hier begeistert. Der Ort versprüht Charme und bietet alles was man von einem südenglischen Ort erwartet: Typische alte Architektur mit Geschichte, gemütliche Pubs, Restaurants und Geschäfte aller Art. Weymouth ist auch ein Badeort. Jetzt zur Urlaubszeit ist der Ort ausgebucht und sehr belebt, der Strand völlig überfüllt. Scheinbar schert sich hier niemand um Luft-und Wassertemperaturen. August ist eben Sommer und im Sommer ist man am Strand. Basta!

Sommer

Nachdem es am Sonntag fast den ganzen Tag geregnet hat, kam heute endlich gegen Mittag die Sonne wieder durch. Mit dem Bus waren wir in Kingsbridge. Die Fahrt mit dem Doppeldecker ist ein einziges Abenteuer. Schmale Straßen wo der Gegenverkehr erst mal rückwärts ausweichen muss, Baumäste die im 1. Stock des Busses immer wieder heftig gegen die Scheiben knallen, und Ausweichmanöver des Busfahrers an nicht befestigten Abgründen. Die Strecke führt uns weiter durch das grüne leicht bergige Devon, vorbei an der südenglischen Küste mit langen Stränden. Kingsbridge selbst ist klein, fein und hat natürlich eine riesige Kathedrale geschmückt mit uralten Grabsteinen.
Zurück in Dartmouth geniessen wir den Nachmittag und vor allem das Wetter und die Temperaturen um 23 Grad 😵.
Wie lange der Sommer wohl anhält?

Dartmouth – Kreis geschlossen !

Bei besten Segelbedingungen und Sonne (!) segeln wir die 36 Seemeilen nach Dartmouth. Ein tolles Deja-vu. Hier kreuzen wir unser Kielwasser vom 25.06.2013. Damals sind wir von hier nach Frankreich gefahren. Die atlantische Runde ist damit komplett. Seitdem sind wir 15.397 Seemeilen gefahren und haben 36 Länder und unzählige Inseln besucht. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns, an diesen schönen Ort zurückzukommen.

Plymouth und der britische Zoll

Fast eine Woche sind wir nun in England. Und nicht nur das Wetter ist hier anders, sondern vieles mehr. Z.B. ist der Besitz und die Einfuhr von Pfefferspray strengstens verboten (hätten wir das gewusst, hätten wir es vorher im Meer versenkt. Hätte….) Über 1,5 Stunden saßen 4 Zollbeamte hier in Plymouth in unserem Cockpit und machten uns klar, dass wir ein ersthaftes Problem hätten, da wir in Besitz von gleich 2 mal Pfefferspray waren. Telefonate mit Vorgesetzten auf zwei weiteren Ebenen wurden geführt um zu klären, dass wir nicht mit krimineller Absicht nach Plymouth gekommen sind. Formulare, Rechtsbelehrungen und ein Protokoll folgten. Endlich, um kurz vor 19 Uhr kommt telefonisch „von ganz oben“ das O.K. Das Pfefferspray wird konfisziert und wir werden nicht inhaftiert. Ob der MI6 die Finger im Spiel hatte?

Dann sind da noch mehr fremde Eindrücke: Wassertemperatur 17 Grad – ist nichts für Warmduscher und Weicheier, Kirchen gehören der Vergangenheit an, hier gibt es Kathedralen, Fast Food Nummer 1 ist „Fish and Chips“ und aus den Lautsprechern in den Geschäften hören wir nicht mehr Shakira, Bob Marley und Sushine Reggae. Scheinbar haben die Engländer eine Vorliebe für Oldies von ihren 70-Jahre erfolgreichen Bands. So lassen wir uns von T-Rex, Bay City Rollers und Sweet beschallen. Fehlt nur noch der Super-Softener Roger Whittaker 😜.

Die wunderschöne Küste von Cornwall