Falmouth

Wir geniessen Falmouth und das südenglische Flair mit seinen engen Gassen, Pubs, Shops und Cafés. Hunderte Segelyachten im Fluß Fal sorgen für eine maritime Atmosphäre. Hier ist Urlaubszeit und gleichzeitig die „Falmouth Week“. Der Ort ist voll mit Touristen, die allerdings vergeblich auf den Sommer warten. Die Temperaturen hier in Südengland sind für uns kaum erträglich und es regnet immer wieder. Nachts fällt das Thermometer bis auf 12 Grad🌨.

Wir besuchen englische Freunde, die wir vor 3 Jahren auf unserer Fahrt in die Karibik mehrfach getroffen haben. Sie betreiben ein Hotel http://roseinvalehotel.co.uk , in das sie uns einladen. Dort werden wir sehr komfortabel untergebracht und königlich bewirtet. Die Wiedersehensfreude ist riesig 😃.

Seetag 11

Geschafft! Atlantikquerung von Stuart / Florida nach Falmouth / UK. Nach 4350 sm (8048 km) ist die Freude bei der Crew groß. Mit Sonnenschein werden wir im Brexitland empfangen. Die Küste Cornwalls sehen wir an unserer Backbordseite, ansonsten ist hier mächtig viel Schiffsverkehr, d.h. noch mal gut konzentrieren auf dem letzten Stück.
Erst ab 17 Uhr können wir die Schleuse zur Port Pendennis Marina passieren, denn Hoch- und Niedrigwasser bestimmen hier den Tagesablauf, aber wir sind zuversichtlich, dass wir es bis zum Dunkelwerden noch in einen englischen Pub schaffen 😀.

Tagesetmal: 143 sm ( 29 Stunden)

Fotos von Sao Miguel /Azoren sind im Album.

Seetag 10

Das launische Aprilwetter wurde gestern Nachmittag abgeloest von einem Starkwindgebiet mit konstanten 27 kn in Boen bis 34 kn.
Da ging hier die Post ab. Zuerst mal reffen was geht, d.h. Segelflaeche verkleinern, und dann sich in Sicherheit bringen wegen der Regenschauer, Salzwasserduschen und Schiffsbewegungen. Dann war da noch das laute beaengstigende Knallen – wir waren unter Dauerbeschuss der Wellen. Sehr frueh am Abend haben wir uns dann von der Aussenwelt abgeschottet, zum Glueck koennen wir die Navigationsinstrument auch von innen beobachten. Wir waren mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt und haben auf unserem Sofa (in Lee) abgehangen, der sicherste Platz im Schiff.
Die ganze Nacht blieb es extrem ruppig. Immer wieder gab es, durch Wellen verursacht, heftige Erschuetterungen wobei sich die Salzwasserduschen im Cockpit ergossen. Und mal wieder steuerte unser Eddi (Autopilot) FantaSea souveraen durch die raue See. Wir sind froh, dass FantaSea aus Stahl ist !! 😉
28 Stunden spaeter geht der Wind langsam runter, die hohen Wellen werden uns leider noch ne Weile begleiten.

Tagesetmal 115 sm
Position 1100UTC 49Grad19’N – 008Grad08’W

Seetag 9

Wir haben Aprilwetter. Sonne, Wolken und Regenschauer wechseln sich ab. Der Wind ist instabil. Mal moderat und dann pfeift es wieder mit 25 kn und FantaSea legt sich auf die Seite. Die See ist ruppig, die Wellen hoch, aber wir koennen unser Ziel direkt anlegen und kommen gut voran. Das ist gut fuer die Psyche und hebt die Stimmung an Bord.
Wir haben entschieden an den Scilly Islands vorbei zu fahren und direkt an die suedenglische Kueste nach Falmouth. Bis dahin sind es um 14 Uhr UTC noch 230sm (von 4350sm bei unserer Abfahrt ueber den Nordatlantik in Stuart / Florida).

Tagesetmal: 129sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 48Grad58’N – 010Grad59’W

Seetag 8

Mit 20 kn Wind rauschen wir durch die See. Kurs stimmt und die Sonne scheint immer noch. Am Vormittag starten wir den Motor, um unseren Kuehlschrank zu kuehlen. Ohje, die Kuehlwassertemeratur steigt viel zu hoch und im Motorraum wird es heiss. Sofort stellen wir den Motor aus und suchen nach der Ursache. Das dauert, denn alles sieht gut aus, wir koennen keinen Verschleiss / Problem finden. Letztendlich koennen wir feststellen, dass die Seewasserpumpe kein Seewasser angesaugt, was nur daran liegen kann, dass der Borddurchlass fuer das Kuehlwasser verstopft ist. Dieser ist aber nur von aussen, d.h. wasserseitig zugaenglich. Also muss der Kaeptaen in den 18 Grad kalten Nordatlantik springen. Mehrer Anlaeufe sind noetig um bei der grossen Duenung die besagte Stelle zu erreichen, abzutauchen und den Durchlass mit dem Schraubenzieher frei zu prokeln. Adrenalin pur wird da ausgeschuettet. Die Mission ist dann zum Glueck erfolgreich und die Crew total erleichtert.

Tagesetmal: 126 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad18’N – 14Grad00’W

Seetag 7

Ein Hoch von bis zu 1033 hpc beschert uns viel Sonne, klare helle Naechte und seit heute frueh um 5.00 Uhr auch wieder Wind. Mittlerweile haben wir 20 kn Wind, kommen zuegig voran und sind zufrieden das wir das Brummen vom Benz nicht hoeren muessen. Das Bergfest liegt hinter uns, und da wir so viel Zeit haben beschaeftigen wir uns, wieder mal, mit Berechnungen eines moeglichen Landfalls.

Tagesetmal: 111 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 47Grad03’N – 016Grad25’W

Seetag 6

Heike war es gewoehnt, Dank der tropischen Temperaturen, schulterfrei und im knappen Hoeschen zu wandeln. Die Sonne scheint zwar zeitweise noch, aber Heike’s Dresscode hat sich geaendert. Bei der Ausschau nach Eisbergen traegt sie mehrere Schichten …(Foto). Nachts werden bis zu 3 Decken benoetigt, um warm zu werden…Das Thermometer faellt auf 15 Grad und bei dem kalten Nordwind fuehlt es sich an wie 5 Grad. Wir vermissen die Azoren jetzt schon!
Bis heute Nachmittag waren die Segelbedingungen prima. Dann schlief der Wind ein und wir Motoren.

Tagesetmal 115 sm
Position um 1100UTC 45Grad18’N – 018Grad14’W

Seetag 5

Es laeuft prima. Mit ausreichend Wind aus der richtigen Richtung und ohne Gegenstroemung segeln wir mit gut 5 kn Richtung Brexitcountry. Die Sonne scheint und der Nordatlantik praesentiert sich von seiner freundlichen Seite. Hier an Bord ist nicht viel los, der Hoehepunkt des Tages sind eingehende e-Mails und somit Neuigkeiten vom Festland. Gruesse von Bord der FantaSea.

Tagesetmal: 120 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad39’N – 020Grad20’W

Seetag 4

Wir entdecken mal wieder die Langsamkeit. Gestern Abend wurde der Wind zu schwach und der Motor musste helfen. Die Monotonie wurde nur durch einen AIS Alarm gestoert. Wir waren auf Kollisionskurs mit einem spanischen Fischer. Nach einem Funkkontakt mit dem freundliche Galizier hat er seinen Kurs geaendert und uns am Heck passiert (Foto).
Seite heute 1100UTC koennen wir wieder segeln. Der Morgen hat uns an Hamburg erinnert: Grau in grau und Fieselregen. Seit Tagen steigt der Konsum von warmen Tee an Bord. Die Nachfrage nach Kaltgetraenken hat deutlich nachgelassen. So schnell veraendern sich die Beduerfnisse…

Tagesetmal: 101 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 43Grad07’N – 21Grad52’W

Seetag 3

Gestern Abend wurde der Wind staerker. Bis zu 26 kn und dazu eine voellig konfuse Welle von 3 bis 4 Metern. Und die bekannten Ausreisserwellen, die nicht unter FantaSea hindurch rollen wollen knallen laut gegen die Bordwand und versetzen dem Schiff nen ordentlichen Hieb zur Seite. Sehr sehr unangenhem und anstrengend fuer die Crew. Nicht mal Tempo konnten wir bei diesen Bedingungen machen. Der heutige Tag praesentiert sich schon wieder moderater. Wind und Wellen haben sich beruhigt und wir kommen unserem Ziel auf direktem Kurs zuegig naeher. Genauso stellen wir uns das auch vor.

Tagesetmal: 117sm
Position um 11.00 UTC: 41Grad43’N – 022Grad46’W

Seetag 2

Ununterbrochen 25 Stunden lief der Motor, aber heute morgen um 5 Uhr kam endlich Wind. Seitdem segeln wir bei guten Bedingungen gen Norden. Die Sonne scheint und wir verbringen viel Zeit im Cockpit. Herrlich!
Leider zeigt uns der Wetterbericht ab Donnerstag ein Flautengebiet auf unserer Route, dem wir nicht ausweichen koennen, da es zu gross ist. Somit stehen die Chancen gut, die Anzahl der Motorstunden auf diesem Toern beachtlich zu erhoehen ;(

Tagesetmal: 106 sm
Position um 11.00 UTC: 39Grad50’N – 023Grad05’W

Seetag 1

Absprung geschafft! Das war nicht leicht, denn nun verlassen wir endgueltig die „Barfussroute“. Im Klartext, wir tauschen Flip Flops gegen festes Schuhwerk und die Sonnenbrillen gegen Regenschirme. Wir setzten den Kurs auf Nordeuropa und ignorieren tapfer die starke magische Anziehungskraft aus Galizien, dem Schlemmerparadies im sonnigen Nordspanien.
Die ersten 10 Stunden sind nicht langweilig. Unter der Kte haben wir mit wechselhafte Winden und Stroemungen zu tun. Mit gut 3 kn segeln wir gemuetlich langsam durch die Nacht und hoffen, dass der Wind nicht voellig einschlaeft. Was er dann um 4 Uhr aber doch tut 😦

Tagesetmal: 101 sm
Position um 1100 UTC 38Grad24’N – 023Grad47’W

Sao Miguel

Zwei Tage lang haben wir die Azoreninsel Sao Miguel befahren, und wir haben viel gelernt:
1. Sao Miguel ist grün
2. Die EU buttert reichlich Kohle in den hiesigen Straßenbau
3. Wein ist fast so preiswert wie Wasser
4. für die männlichen Leser: Hortensien ist keine Biersorte, sondern große blau-violette Blumen 😛.
Die Insel bietet soviel Highlights, dass es unmöglich ist, hier alle zu beschreiben. Aber ganz sicher ist es ein riesiges grün-blaues Szenario. Auf dem Foto sind die Kraterseen Lagoa Azul und der Lagoa Verde, welche wir heute ohne den üblichen Wolkenschleier bewundern konnten.
Hattenwamaglück 😃.

Unterwegs auf Sao Miguel…

…und das ist fantastisch. Tiefe grüne Schluchten, Hortensien soweit das Auge reicht, und satt grüne Felder und Wiesen, dass es kitschig aussieht. Sao Miguel fasziniert uns, auch wenn es am Kraterrand mal wieder heisst: „wie man sieht, sieht man NICHTS“, weil die Wolken uns die Sicht versperrt.
35 % Gefälle bewältigen wir zu Fuß, um uns das winzige Fischerdorf am Ponta do Arnel anzuschauen (Video). Aber das ist nur einer von zig Highlights heute. Und weil es so schön war, starten wir morgen früh in die andere Himmelsrichtung.

Ponta Delgada, Sao Miguel

Wir waren ein bißchen faul in den letzten Tagen mit unseren Posts und es kamen schon die ersten Klagen…Am Mittwoch Morgen sind wir von Horta aufgebrochen um die 150 Seemeilen nach Ponta Delgada zu segeln. Donnerstag Nachmittag sind wir angekommen. Spaß geht anders, denn in dieser Zeit konnten wir mangels Wind nur 7 Stunden segeln. Das Azorenhoch macht jedes Segelboot zum Motorboot 😩. On top hatten wir noch viel Nebel.

In Ponta Delgada liegen wir in einer Marina, die uns nicht wirklich gefällt, denn es kommt Schwell in den Hafen. Vorteil, es ist günstig und liegt direkt an der charmanten Altstadt von Ponta Delgada. Eine erste Inspektion des Ortes hat uns gefallen. Es gibt hier viele enge Gassen mit kreativen Mustern im Kopfsteinpflaster.
Der Mietwagen für die Inselrundfahrt ist bereits reserviert.

Neue Fotos sind im Fotoalbum. Nordatlantik und Faial sowie Faial/Azoren

Vulkan Caldeira

Eine kurvenreiche Fahrt mit unserem Leihwagen führt uns zum Rand des Vulkans Caldeira von Faial. Wir wandern in 2,5 Stunden einmal um den Krater der knapp 2 km Durchmesser hat. Schwierigkeitsstufe „mittel“ bis „hoch“ ist bei diesem Rundgang zu bewältigen – zum Glück sind die Maßstäbe seniorengerecht 😜. Während wir selbst auf 1000 Meter über dem Meer stehen, fällt das Gelände vor uns 400 Meter tief hinab auf den Grund des Kraters. Zwischendurch lässt sich ein ganz wenig die Sonne blicken und wir können den sumpfigen Grund des Kraterbodens erblicken und in der Ferne unter den Wolken auch das hellblaue Meer. Leider sind die Nachbarinseln nicht zu sehen, aber die üppige Natur, die Ruhe und die gespenstische Szenerie hier oben entschädigt uns. Ein toller Ausflug!

Mission erfüllt

Wie bereits erwähnt, gibt es hier eine große Gemäldeausstellung unter freiem Himmel. Auf der hunderten von Metern langen Galerie rund um die Marina liegt alles dicht bei dicht. Logos, Comics, abstrakte Zeichnungen, maritime Fantasien, Strichmännchen, tolle Farbenspiele, und auch Fabelwesen und nackte Frauen werden gemalt. Nackte Männer – Fehlanzeige ☹️. Stundenlang kann man entlang dieser farbenprächtigen Kaimauer flanieren und von fernen Ländern und Meeren träumen.
Mangels künstlerischem Talent haben wir uns für die minimalistisch und klassisch Blau-Weiß-Variante entschieden.

Horta

Das Foto sagt eigentlich alles… schön!
Deshalb sind wir häufiger zu Fuß unterwegs, irgendwann müssen wir ja mal wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Langfahrtsegler haben nämlich keine Muskeln, außer Lachmuskeln 😂.
Zwischendurch sind wir mit Farben und Pinsel unterwegs und versuchen uns hier an der Hafenmauer zu verewigen. Es ist eine Tradition, dass jede Crew, mehr oder weniger erfolgreich, hier an der Hafenmauer ihr Schiff darstellt. Und der Mythos um diese Tradition besagt, dass diese künstlerische Arbeit eine sichere Weiterreise garantiert.
Fortsetzung folgt….

Peters Cafe Sport

…ist seit Jahrzehnten eine Institution in Horta. Der Besuch dieser kleinen Bar in direkter Nähe der Marina und dem Ankerplatz ist ein Muß für jede Segelcrew. Hier treffen sich Segler aus der ganzen Welt auf ihrem Weg über den Nordatlantik. Die Bar hat viel Charme, denn überall hängen Flaggen, Bilder und Aufkleber der Boote, die hier waren. Wir sind fast täglich hier und saugen diese tolle Atmosphäre auf. Klar, daß hier nicht nur Segler kommen…

Hier Fotos von den Bermudas

Horta

Wunderschön hier in Horta. Wir liegen vorne links vor Anker. Der Ort ist charmant, und super charmant sind auch die Preise 😀. Wir sind in Europa und hier gibt es außer Scheibletten und Cheddar noch zig andere Käsesorten. D.h., hier ist das Paradies 😍.
Die Kulisse vor dem Pico Alto ist sensationell.
Herzliche Grüße von der FantaSea.

Seetag 18

LAAAAND IN SIIIICHT!! Mit dem Sonnenaufgang sehen wir die Silhouette von Faial in 25 Seemeilen Entfernung. Gestern und die letzte Nacht war noch einmal Segeln vom Feinsten mit 5-6 Knoten bei geringer achterlicher Welle. Es ist cool anzukommen. Viele Delphine begleiten uns nie letzten Meilen und in der Ferne sehen wir den Vulkan Pico Alto mit über 2300 Metern.
Die Marina Horta ist voll. Keine Chance auf einen Liegeplatz. Nun ankern wir vor der Marina und pendeln mit unserem Dinghy. Und jetzt endlich sitzen wir im legendären „Peters Sportbar / Café“ vis a vis vom Pico Alto und …sind zufrieden 😃

Gesamtdistanz: 2025 sm

Seetag 17

Alles wie gehabt. Der achterliche Wind schiebt uns mit 5 kn gen Osten. Kleine Wellen und ein langanhaltenes Hoch mit bis zu 1032 hpc bescheren uns beste Segelbedingungen. An der Insel Flores sind wir heute Nacht bereits vorbei gesegelt. Nun verbleiben noch 108 sm bis Horta; das muesste doch bis morgen Abend 22 Uhr zu schaffen sein. Die Stimmung an Bord ist prima.

Tagesetmal: 118 sm (23 Stunden)
Position um 1300UTC 38Grad55,2’N – 030Grad53’W

Seetag 16

Weiterhin beste Segelbedingungen, daher auch das gute Etmal. Sonntag Mittag sind es noch 220 Seemeilen bis Horta und je naeher wir unserem Ziel kommen, umso ungeduldiger werden wir. Wir koennen es kaum abwarten, uns endlich wieder die Beine zu vertreten und Horta und Umgebung zu erkunden. Wir haben gute Chancen am Dienstag anzukommen. Der Sekt ist schon kalt gestellt…

Aus Norddeutschland wurde an uns die Bitte herangetragen, ein Azorenhoch zu schicken. Bei den Wetterberichten verstaendlich. Der Bitte kommen wir gerne nach und werden das Hoch in Form von Fotos liefern 😉

Tagesetmal: 133 sm
Position um 1400UTC 39Grad39,3’N – 033Grad12,4’W

Seetag 15

Wunderbares Segeln ist uns gegoennt. Windrichtung, Wellenhoehe, Stroemungsrichtung, Sonne…passt schon. Allerdings….nein, kein allerdings, wir sind sehr zufrieden, uns geht es gut und wir beschaeftigen uns gerne mit der Berechnung des Landfalls.
Gestern hat uns doch tatsaechlich ein Segler in 5-6 Seemeilen Entfernung ueberholt, fast so wie auf der Ostsee, nur dass man dort nicht minutenlang im Cockpit steht und dem Schiff hinterher starrt.

Die Kommandobruecke auf FantaSea ist ja immer rund um die Uhr besetzt, deshalb konnte der Early Bird den Sonnenaufgang vom 1.Juli festhalten.

Tagesetmal: 123 sm
Position um 1400UTC: 40Grad06,5’N – 035Grad59’W

Seetag 14

Es laeuft. Der Wind ist relativ schwach, aber segelbar. Seit ein paar Tagen tragen wir Bekleidung, die wir ewig nicht mehr gesehen haben: Lange Hosen, Struempfe, Schuhe, Fliessjacke etc. Nachts wird eine zweite Bettdecke benoetigt. Es ist zwar freundlich und sonnig, aber frisch. Nachts geht die Temperatur bis auf 19 Grad runter!! Wenn das so weitergeht, muessen wir bald nach Eisbergen ausschau halten… (wir wollen ja keinen beschaedigen) 😉
Der letzte Apfel ist gegessen und es gibt kein Obst mehr. So traeumen wir von Kaese, Schinken, Steak, vino, cerveza etc. Noch 472 Seemeilen bis Horta

Tagesetmal: 102 sm
Position um 1400UTC 40Grad02’N – 038Grad37’W

Zu unserem Thema der letzten Tage, hier ein Foto einer Portugiesichen Galeere. Schoen oder?

Seetag 13

Nebel weg, Flaute weg, Motor aus. Seit heute Frueh segeln wir wieder mit 4-5 kn Geschwindigkeit und sind mehr als zufrieden. Und wenn der Wind im Laufe des Tages weiter nach Sueden dreht koennen wir Horta direkt anlegen.
Die Luft- und Wassertemperaturen werden von Tag zu Tag etwas kuehler, was soviel heisst, dass Schwitzen der Vergangenheit angehoert.
@Marita: das Geheimnis um die gruselige Rechtschreibung im Bericht „Seetag 10“ ist Dank deiner Infos gelueftet. Den Wetterbericht von „Wetterwelt“ bezueglich des subtropischen Hochs habe ich in den Blogeintrag reinkopiert. Die Umlaute waren natuerlich nicht kurzwellentauglich ae, oe und ue geschrieben. Da ist man dann ganz schnell bei der Neu-Interpretation der neuen Rechtschreibreform 😉

Tagesetmal (23 Stunden): 84sm
Position um 1400UTC 40GradN – 040Grad48’W

Seetag 12

Sorry, der letzte Beitrag ueber die Portugisischen Galeeren ist versehentlich im Postausgang gelandet. Aber dann wisst ihr jetzt auch Bescheid 😉

Hier auf See ist alles wie vorhergesagt. Viel Flaute, viel Nebel, stockfinstere Naechte, aber auch endlich mal Delphine, die uns begleiten.
Wir motoren seit 36 Stunden mit niedriger Drehzahl denn das spart Diesel, aber viel Strecke machen wir damit nicht. Irgendwie haben wir uns noch nicht mit der „Entdeckung der Langsamkeit“ angefreundet. Noch 655 Seemeilen bis Horta
Tagesetmal: 87 sm
Position um 1500UTC 39Grad58,3’N – 042Grad36,7’W

Seetag 11

Wir motoren durch eine diesige Suppe. Die Sonne hat es bis mittags nicht geschafft durchzudringen. Der Wind ist weg und wir liegen fest in dem subtropischen Hoch, dass uns die naechsten Tage gefangen halten wird. Das Tagesetmal war nur durch 12 Stunden motoren zu erreichen. Immerhin hatten wir gestern noch Wind bis in die Nacht, also 10 Stunden laenger als vorhergesagt. Das war gut so, denn jede Meile zaehlt.

Wir sehen jede Menge Galeeren. Ja, Galeeren und zwar „Portugiesische Galeeren“. Es ist eine Quallenart, die an der Wasseroberflaeche treibt und sich durch ein „Segel“ und den Wind fortbewegt. Wir wissen nur wie sie heissen und dass sie giftig sind. Wer schickt uns dazu Informationen?

Noch 739 Seemeilen bis Horta.

Eure Kommentare:
@ „Kallistos“ – Petra & Herbert: Ja, wir ueben uns nun in Langsamkeit. Nach 3 Jahren in der Karibik haben wir ja schon Vorkenntnisse…;-) Es liegt uns aber nicht wirklich. Wenn uns eine Schildkroete ueberholt, werden wir berichten…
@ „Libertina II“ – Christiane & Wolfgang: Zuviel Wind? Kein Problem. 10-15 Knoten koennen wir Euch locker abnehmen. Lieber klotzen, nicht kleckern. Euch eine gute und sichere Fahrt auf dem Weg nach Osten!
@ Marita: Wenn der ADAC Hubschrauber mit dem Diesel kommt, soll er das Aufnahmeformular mitbringen. Wir treten dann ein… Wenn Du das hinbekommst, bis Du gut!!

Tagesetmal: 113 Sm
Position um 1500UTC 39Grad49,5’N – 044Grad27,2’W

Seetag 10

Wie auf dem Foto zu sehen, hatten wir gestern einen wunderschoenen Segeltag mit Spitzengeschwindigkeiten von ueber 8 kn. Herrlich!
Aber bereits waehrend der Nacht geht der Wind deutlich runter, Baum und Segel schlagen und wir machen nur noch den halben Speed.
Unser Meteorologe in Kiel hat uns nun definitiv schriftlich mitgeteilt was hier abgeht: „entlang unserer direkten Route ist der Wind in den kommenden Tagen gromig sehr schwach, da sich hier das Subtropenhoch hereinschiebt und annernd ortsfest liegen bleibt. Erst ab Donnerstag frischt der Wind allmlich wieder auf, wenn sich das Hoch langsam wieder weiter nach Osten verlagert.
Eine sinnvolle Mlichkeit dem Gebiet mit schwachem Wind noch auszuweichen, gibt es leider nicht“.

Wir sind frustriert, zumal der konstante segelbare Wind erst Samstag / Sonntag dieses Gebiet erreichen wird. Es sind noch 720 Seemeilen bis zur naechstgelegenen Azoreninsel Flores, unser Dieselbestand reicht noch fuer ca. 600 sm. Kann mal bitte jemand den ADAC vorbeischicken?

Tagesetmal: 130 sm
Position um 1500UTC 39Grad49’N – 046Grad52’W

Seetag 9

9 Stunden Duempeln in der Flaute liegen hinter uns. 9 Stunden Ruhe, kein Gurgeln, kein Rauschen, kein Knallen. Dafuer viel Sonne und Hitze. Die Situation erfordert Flexibilitaet, was soviel heisst wie “ wenn schon nicht segeln, dann wenigstens baden“. Unter uns ca. 5500 m Wasser!
Gestern Nachmittag kam dann endlich wieder Wind auf und seitdem segeln wir entspannt mit durchschnittlich 5,5 kn Richtung Azoren.

Heute Mittag ist Bergfest. Der halbe Weg bis Horta ist geschafft.

Tagesetmal 123 sm
Position um 1500UTC 40Grad03,6’N – 049Grad36,9’W