Gruß aus dem Motorraum

Eigentlich wollten wir nur mal eben den Ankerplatz wechseln. 2 sm von Le Marin nach Sainte Anne.
Kurz nachdem wir das Fahrwasser erreicht haben und wir die Motordrehzahl erhöhen wollen gibt es ein grässliches Geräusch und unser Motor verreckt. Vergeblich versuchen wir ihn neu zu starten. Wir vermuten, es ist das Getriebe oder die Dämpferplatte, oder beides. Derweil treibt FantaSea langsam Richtung untiefe Gewässer. Wozu haben wir Segel? Schnell setzten wir die Genua und die Windrichtung passt. In Sainte Anne machen wir unser erstes Ankermanöver unter Segel. Geht auch.
2 Stunden später treffen wir Christiane und Wolfgang von der Libertina II. Es werden nun die ersten Abschleppszenarien überlegt.
Am späten Nachmittag wechseln wir eine Sicherung am Anlasser aus und versuchen durch einen Probelauf des Motors das Problem noch einmal zu analysieren. Wir können den Motor wieder starten – freu freu. Aber das Vertrauen ist hin, obwohl die grässlichen Geräusche beim Gas geben nicht mehr oder kaum zu hören sind.
Deshalb schleichen wir vorsichtig mit 1200 Umdrehungen zum alten Ankerplatz zurück, wo die Infrastruktur für eine Reparatur deutlich besser ist.
Am nächsten Morgen werden wir nicht viel schlauer. Es ist Ostersamstag.
Nach langem Überlegen sind wir am Sonntag wieder gen Süden gestartet um das Problem in der Grenada Marine bearbeiten zu lassen. Wir hoffen, dass der Motor uns nicht im Stich lässt. Die Zwischenstops bis Grenada sind sorgfältig gewählt. Im Notfall können wir in die Buchten hinein segeln.
Seit Sonntag Nachmittag liegen wir wieder in der wunderschönen Marigot Bay / St. Lucia und machen auch am Ostermontag hier einen Tag Pause, bevor wir Dienstag weiter segeln.

Foto zeigt unseren Ankerplatz vor St. Vincent, Cumberland Bay.

Frohe Ostern

Wir wünschen allen Bloglesern ein schönes Osterfest und bestes Grillwetter. Sicherlich wurden heute, am Ostersamstag, in Deutschland tonnenweise Grillfleisch und Bratwürschterl verkauft, in den Baumärkten gab es einen run auf die Einweggrills und die Barbecuesossen stehen in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen bereit. Na dann, guten Appetit!

Martinique (Fronkreisch)

25 sm von St. Lucia nach Martinique. Bei feinstem Segelwetter erreichen wir nach 5 Stunden die Bucht „Cul-de-sac du Marin“.
Unglaublich, hier liegen mehr als 150 Yachten vor Anker und noch mal ca. 200 in der Marina. Es ist hoffnungslos hier nach bekannten Schiffen zu suchen. Das Verkehrsaufkommen zwischen den Schiffen ist entsprechend hoch. Die Dinghys sausen permanent hin und her.
Der Supermarkt vor Ort hat nicht nur einen PKW-Parkplatz, sondern auch einen eigenen Dinghy-Anleger. Mit dem Einkaufswagen transportieren wir die Ware direkt ans Wasser zum Beiboot. Wir sind zufrieden. Hier weiss man welche Bedürfnisse die Segler haben.

Wieder in Europa zu sein, hat auch seine Vorteile. Der Rechtsverkehr senkt deutlich das Unfallrisiko als Fußgänger. Der Kaffee schmeckt gewohnt lecker und selbst unsere Eurobestände werden anstandslos akzeptiert. Wir hatten schon befürchtet , dass die Geldscheine nach so langer Zeit abgelaufen sind 😉
Mindestens eine Woche wollen wir uns nun die Insel ansehen und die europäisch-karibische Lebensweise „probieren“.

St. Lucia

ST. Lucia und seine Pitons. Auf den grossen Piton wird eine Tour angeboten. Knapp 800 Meter hoch. Nein danke, weil……
Wir haben bereits Erfahrung gemacht. In der Marigot Bay sind wir auf eigenen Faust auf eine Berg gewandert. Nicht so hoch, aber sehr sehr steil. Drei bis vier mal haben wir unterwegs überlegt aufzugeben. Mit roten Köpfen und total verschwitzt haben wir dann unser Ziel doch noch erreicht. Wir haben die Aussicht genossen, waren aber in Gedanken schon beim Abstieg. Nach einem unfallfreien Rückweg stand fest: ein Spaß war das nicht.
Im übrigen ist uns niemand auf der Tour begegnet. Kein normaler Mensch klettert bei der Hitze in solche Höhen.

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St. Lucia – Marigot Bay

Marigot Bay, malerisch und ein wenig mondän. Man liegt hier so sicher wie in Abrahams Schoß. Die Bucht wir gesäumt von Mangroven und kleinen netten Restaurants, die meissten davon nur von der Wasserseite zu erreichen. Neben Charterschiffen und Langfahrtseglern kommen hier auch Luxusyachten herein. Die Exklusivität lässt man sich bezahlen, sowohl beim Preis einer Mooringboje als auch im Supermarkt, der mit französischem Käse, erlesenen Weinen und englischen Tageszeitungen wirbt.
Wir ankern kostenlos ausserhalb der Bucht neben dem Fahrwasser. Ein wunderschönes Plätzchen, ebenfalls sicher, ruhig, klares Wasser …..
Zur happy hour sitzen wir in der Doolittle Bar . Da war doch was. Einige Filmszenen von Dr. Doolittle und seinen Tieren sind in den 70. Jahren hier in der Bay aufgenommen worden.

Unser erster Stop hier auf St. Lucia war vorgestern zwischen Soufriere und den Pitons. An ankern war nicht zu denken. Das Wasser war hier 38 Meter tief. Also haben wir FantaSea an einer Mooringboje fixiert. Passend zum Sonnenuntergang sind wir ins Wasser gesprungen und haben unterhalb des Petit Pitons gebadet und die Sonne im Meer versinken sehen. Eine beeindruckende Szenerie.

Der Petit – und der Gros Piton sind die Wahrzeichen von St. Lucia und jeweils über 700 Meter hoch.

Cumberland Bay

Wir verlassen Bequia auf dem Weg nach St. Lucia und machen einen Stop an St. Vincents Westkueste, in der Cumberland Bay. Eine kleine, kaum bewohnte Bucht mit ein paar Restaurants direkt am Strand. Wir ankern ca. 30m Meter vor dem Strand mit Heckleine an einer Palme befestigt. Die Kulisse ist spektakulaer. Die Bucht ist durch steile Berge eingerahmt, an denen Bananenplantagen angelegt sind. Ansonsten sieht man Palmen und ueppigen Regenwald. Ausser Segler kommen hier keine Touristen, denn der Sandstrand ist vulkanisch schwarz und bedient kein Postkartenklischee. Dafuer ist es hier absolut urspruenglich und authentisch.

Vorschriften

Wenn wir ein neues Land erreichen, müssen wir als erstes und unverzüglich im Einwanderungsbüro einklarieren. Danach geht es zum Zoll, wo man gefühlte 20 Formulare ausfüllen muss und um ca. 25 Euro Gebühren erleichtert wird.
Hier in Bequia haben wir das erste mal getrödelt und zunächst die gelbe Flagge gehisst, welche signalisiert: wir haben noch nicht einklariert. Prompt macht am frühen Nachmittag die Coast Guard an unserer Bordwand fest. Die Herren in den schneeweißen Hemden mit den golden Schulterepauletten kommen aber nicht um zu plaudern. Zunächst werden wir verhört, dann werden wir über unsere Pflichten belehrt, zum Schluss werden unsere Pässe konfesziert.
2 Stunden später betreten wir das Zollbüro. Ein wortkarges Team empfängt uns mit strengem Blick. Nun folgt ein weiteres Verhör, bei dem wir notlügen müssen um den Schaden zu begrenzen (wir haben wenig Lust auf eine hohe Geldstrafe oder gar Arrest?). Noch eine Belehrung müssen wir zerknirscht über uns ergehen lassen und anschliessend dürfen wir neben den Gebühren noch eine „over time-Gebühr“ bezahlen. Wir wagen nicht zu diskutieren, im Gegenteil, demütig entschuldigen wir uns für das Vergehen und die Verspätung. Gleich danach bei der Immigration das gleiche. Nachdem wir die „over time-Gebühr“ gezahlt haben bekommen wir endlich unsere gestempelten Pässe zurück.
Sicher sind wir nicht die ersten Langfahrtsegler, die hier eine Lexikon bezüglich Vorschriften und Respekt vor den Behördenvertretern bekommen.