Festgefahren

Freitag Morgen ist es dann passiert. Nach einer aetzenden Nacht am Ankerplatz auf einem bockendem Schiff sind wir früh morgens gleich aufgebrochen und ZURUECK gesegelt, denn nur dort konnten wir ein Schlupfloch vor dem angekuendigten Nordwind ausmachen. Nach 7 sm waren wir gegen 10 Uhr vor Cambridge Cay. Anfangs war die Einfahrt zum Ankerfeld einfach, das Wasser tief genug. Je weiter wir jedoch in den geschuetzten Bereich vordrangen desto unuebersichtlicher wurde die Situation fuer uns. Sandbaenke und kleine Felsen rechts und links. Ein Fahrwasser nicht zu erkennen, dafuer zig Farbschattierungen des Wassers, die auch nicht zuverlaessig aufschlussreich waren. Echolot bei 0.00 Meter. Wir tasten uns langsam voran gegen die Stroemung. Und dann rumpelt es unterm Kiel. Wir sitzen auf Steinen fest. Sofort haben wir die Genua rausgeholt um das Schiff in Schieflage zu bringen, der Motor laeuft auf Hochtouren und das alles bei bis zu 22 Knoten Wind. Nuetzt nichts. Wir koennen uns nicht aus eigener Kraft befreien. Wir sitzen in einem sehr engen Kanal, links die Sandbank, rechts „Kissing Rocks“, ein Felsen.
Wie gut, dass es ein beliebter und gut besuchter Ankerplatz ist. Ca. 20 Schiffe liegen in 200 Meter Enfernung. Deshalb kommt auch bald das Rettungsteam, bestehend aus 4 Dinghy plus tatkraeftiger Crews. Die ersten Versuche uns einfach vom Stein zu ziehen scheitern, erst als eine Leinenverbindung vom Masttop zum Dinghy hergestellt wird, wodurch das Schiff noch mehr in Schieflage gebracht werden kann und gleichzeitig das Schiff gezogen wird, rumpelt sich FantaSea langsam frei.
Wir stehen leicht unter Schock und widersprechen nicht, als wir Geleitschutz bis zum Ankerplatz bekommen. Ueber Funk gibt es von uns ein grosses Dankeschoen und ne Einladung zum Bier.
Obwohl der Ankerplatz wunderschoen ist, sind wir nicht entspannt, denn irgendwann muessen wir aus diesem Labyrinth wieder raus.
Heute Morgen ist es dann so weit. Um 7.30 Uhr ist Hochwasser und wir – haben uns beim Verlassen der Bucht gerade wieder festgefahren. Das darf doch nicht wahr sein. Wieder dieser Adrenalinschub. Mit Muehe koennen wir uns diesmal allein befreien, denn unter uns ist nur Sand. Aber wir haben keine Ahnung wo dieses super schmale Fahrwasser, von dem die anderen Segler reden, ist. Wir sind ratlos und extrem nervoes, denn es ist auch kein Platz zum Wenden. Auf minimalstem Raum suchen wir das Fahrwasser und ploetzlich haben wir 3 Meter unterm Kiel. Alles gut, ausser dass die Crew nun extrem tiefengeschaedigt ist.

5 Kommentare zu “Festgefahren

  1. Auch wir sind ein paar mal geschrammt auf den Bahamas. Aber Felsen hatten wir nicht dabei und kamen immer aus eigener Kraft wieder frei. Gut das euch nichts passiert ist, bei sowas landet man auch schnell mal mit der Bordwand am Felsen.

  2. wauhhh, das war knapp, wir leiden mit, Euer Panzerkreuzer kann das ab, die Kielplatte hat nur ein paar Schrammen, nicht nervös werden, eine Plasteschödel hätte es viel schlimmer erwischt – Kopf hoch, is nochmal jut jegange meinen Anna & Harvey

    • Dem Panzerkreuzer ist nichts passiert, nur dass ein paar Seepocken auf der Kielsohle fehlen. Die „Retter“ hatten Spass (endlich mal was los am Ankerplatz). Wir hatten zwar keinen Spass aber es war toll diese Hilfsbereitschaft unter den Yachties zu erleben. Ein toller Spirit.
      Mit diesem Trauma haben wir heute einen Ankerplatz mit einer einfachen Ansteuerung gewählt…;-)

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