Cuba Libre oder Kapitalismus durch die Hintertuer

Dass wir keine Kubafans geworden sind, ging ja aus unseren Berichten hervor. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dort sind zum groessten Teil hausgemacht, denn der Bevoelkerung wird es nicht ermoeglicht in Eigeninitiative eine Existenz aufzubauen. Seit Raul Castro an der Macht ist, gibt es jedoch einige Ausnahmen. Zum Beispiel sind die Haeuser und Wohnungen nun in Privatbesitz und man kann auch ein Auto, Motorrad oder Fahrrad privat besitzen. Dieses Kapital darf verkauft, gekauft oder vermietet werden. Dadurch sind zahlreiche Existenzen entstanden, denn es gibt ueberall reichlich private Unterkuenfte und Taxis. Der Staat beobachtet das argwoehnisch, hat aber kein Problem damit, dafuer Steuern zu kassieren. Die meisten Kubaner allerdings sind nicht im Besitz einer vermietbaren Immobilie / Fahrzeug. Das entsprechende Kapital dafuer ist nicht vorhanden und kann auch nicht besorgt werden. Auslaender koennen natuerlich nicht investieren, denn dann kaeme der Klassenfeind ja wieder durch die Hintertuer in’s Land. Diese Misere haben wir in vielen Gespraechen mit jungen Kubanern gehoert.

Insbesondere Jorge aus Cienfuegos und seine Familie haben uns das sehr deutlich beschrieben. Dort ist auch die Idee entstanden und in den letzten 3 Wochen ausgereift: Jorge und sein Bruder sind jung und haben noch richtig Ehrgeiz sich aus der Misere zu befreien. Sie wollen etwas machen und sie wissen auch schon wo das Geld auf der Strasse liegt. Wenn sie in Besitz eines gut erhaltenen Oldtimers waeren, koennten sie damit sehr gute Einkuenfte erzielen, denn Touristen zahlen reichlich Geld fuer jede Art von Touren durch das Land. Wir selbst sind ja auch mit einem Privatfahrer und seinem Oldtimer 3 Tage durch das Land gefahren und haben EUR 50/Tag bezahlt. Lange Rede, wenig Sinn: Wir haben mit Jorge einen inoffiziellen Joint Venture entwickelt. Wir stellen das Kapital zur Verfuegung und Jorge kauft davon 2 Oldtimer, die von ihm und seinem Bruder als Taxis gefahren werden. Wir erhalten monatlich eine feste Summe und alles was darueber hinaus geht, wird fuer die Autos und zum Leben verwendet. Eine super win-win Situation, denn eine hoehere Rendite koennten wir fuer unser Geld nicht bekommen. Der erste Wagen wurde heute bereits gekauft – ein Chevrolet BelAir Cabriolet Bj. 1955 Top Zustand.

4 Kommentare zu “Cuba Libre oder Kapitalismus durch die Hintertuer

  1. Soll das ein Aprilscherz sein? Ich meine mit der Finanzierung für den Jörge? muss man sich Sorgen machen? Meine E-Mail. Ist immer so leer……,aber ich lese ja alles was ihr berichtet.I von Peter und mir herzliche Grüsse Mutti

  2. Ja ja, OCE by Mikel Mahnke, Oldcarenterprises, wirtschaftlichen Erfolg ! über den 1. April hinaus wünscht Euch Harvey

  3. Hallo Ihr beiden,
    das ist ja schade, dass die in Kuba noch nicht weiter sind!
    Aber Jorge und sein Bruder zusammen mit Euch: Das könnte
    die Situation natürlich -zumintest partiell- etwas verbessern.
    Im Prinzip habt Ihr ja wenn´s klappt für die Rente ausgesorgt.
    Meine Frage: Kann ich da noch einsteigen?
    Wenn ja, gebt mir bitte die Konto-Nr. von Jorge, (oder von Euch) ich überweise
    dann den gewünschten Betrag.
    Ich frage heute mal bei unseren Fussball-Kollegen an,
    ob bei denen auch Interresse besteht. 🙂 Ich gebe Euch bescheid.
    Viel Spass noch Euch beiden und weiterhin einen schönen 1.April…
    Grüße Lemmi

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