Behördenfrust

Das normale Touristenvisum (für EUR 75,00 p. Person) ist nur 30 Tage gültig. Wer länger in Kuba bleiben will, muss eine Verlängerung beantragen. Dafür muss man in Cienfuegos zum Büro für „Tramites“ gehen, irgendwo am Stadtrand. Warum sollte es auch zentral liegen? Natürlich kostet die Visaverlängerung etwas. Die EUR 25,00 p. Person zahlt man jedoch nicht etwa dort, wo man die Verlängerung bekommt, sondern muss dafür zuvor zu einer bestimmten Bank gehen, um dort entsprechende Wertmarken zu kaufen. Aha. Nachdem wir in der Bank 45 Minuten in der Schlange standen, konnten wir die Wertmarken kaufen. Es waren dafür verschiedene Formulare zu unterschreiben und ein schicker Stempel darf auch nicht fehlen. Mit den Wertmarken, unseren Pässen und Visum sind wir dann also zum Büro für „Tramites“ gegangen. In dem Raum warteten bereits ca. 40 Menschen. Irgendein System der Reihenfolge war nicht zu erkennen. Die 4 Sachbearbeiterinnen kommandierten die Leute herum und versuchten den Anschein zu erwecken, ihrer Arbeit nachzugehen. Auf Nachfrage, wie oder wo wir wohl bedient werden würden, wurde wir strafend angeguckt und davon in Kenntnis gesetzt, dass sie schon auf uns zukommen würde. Ach so. Also taten wir das, was alle taten – wir warteten. Die 4 „Zicken“ waren besonders talentiert ineffizient zu arbeiten, sich langsam zu bewegen und nutzlos im Raum hin und her zu gehen. Dieser Studie in Ineffizienz konnten wir uns über fast 3 Stunden widmen, denn schliesslich müssen die Damen auch eine Mittagspause machen. Zwischendurch hat Michael sich mehrfach disqualifiziert, da er wiederholt fragte, wer uns denn bedienen würde und wie lange es noch dauert (zur Unterhaltung des Saals, denn auf eine so blöde Idee kommt kein Kubaner). Unsere Sachbearbeiterin teilte uns schliesslich mit, dass wir auch eine Krankenversicherung benötigen. Aha. Clever wie wir sind haben wir unsere Policen der Auslandskrankenversicherung dabei und legen sie triumphierend auf den Tisch. Dann triumphierte die Zicke und bemängelte, dass eine Police nicht auf spanisch ist und die andere im Datum abgelaufen. Der Hinweis, dass sich die Versicherung von Jahr zu Jahr automatisch verlängert, wurde nicht akzeptiert. „Sie müssen zur Oficina de Seguros Medicos gehen und sich ihre Versicherung zertifizieren lassen“. „Dann müssen sie zurückkommen“ – so das Kommando. Inzwischen war es 14.00 Uhr. Also fuhren wir mit dem Taxi zur nächsten Behörde und lassen uns nach viel Diskussion die Zertifikate geben (kostenlos!). Mit dem Taxi wieder zurück zur Oficina de „Tramites“, wo wir nur noch sehen, wie die für uns zuständige Mitarbeiterin eine Stunde vor Dienstende das Gebäude verlässt. Und nun? Wir bekommen den Befehl uns wieder hinten in der Schlange anzustellen. Das ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Nach einer Stunde geben wir entnervt auf, um am nächsten Vormittag wiederzukommen. Gesagt – getan. Der Wartesaal war heute noch voller als gestern und die Oberbefehlshaberin wies uns an – was sonst – hinten anzustellen. Als nach einer Stunde nicht zu erkennen war, dass auch nur irgendjemand bedient wird, haben wir die Segel gestrichen und sind gegangen. Konsequenz: Wir verlassen Kuba früher als gewollt.

Ist das im Sinne von Che?

4 Kommentare zu “Behördenfrust

  1. Ok,
    dann war das mit den 75,- Euro wohl eine einmalige Sache.
    200,- hätte ich dann auch nicht bezahlt, aus Prinzip!!! Irgenwann reicht es auch!
    Vielleicht werden die Leutchen (4x „lahme „Bedienung“ + akute Preiserhöhung) es irgendwann einmal merken,
    dass sich Abzocke auf lange Sicht nicht lohnt…
    Aber so habt Ihr Eure nächsten Ziele doch etwas eher vor Augen- ist doch auch schön, oder?
    Think positiv,
    Grüße Lemmi

  2. Hallo Ihr Lieben, na da seid ihr ja ganz schön gestresst worden!! Alles geht bis zu einer gewissen Schmerzgrenze – wir hätten gleich entschieden, es gibt ja noch andere Orte die lohnenswert sind, gell?!
    Seid gegrüßt und lasst euch nicht unterkriegen.
    Herbert & Petra

  3. hmmmmmm…
    Ich dachte, das gibt´s nur in Deutschland!?
    Nun wisst ihr mal, was ´ne Harke ist.
    Wer weiß, wofür es gut war.
    (Vielleicht ist dort ja morgen eine Bombenexplosion und
    Ihr wart nicht dabei)
    Grämt Euch nicht, zwar schade um die schöne Zeit, die Ihr da
    verdödelt habt, aber davon habt Ihr ja genug.
    Wäre eine 2. Aufenthaltsgenehmigung mit jeweils weiteren 75 Euros
    für einen weiteren Monat nicht einfacher gewesen (klugscheiss,,,)
    Genießt das Wetter,
    es saut hier!!!!!
    LG Lemmi

    • ich glaube zu DE besteht da immer noch ein großer Unterschied ! Ich mag das so nicht hinnehmen, es hat sich allein auf unseren Meldestellen sehr viel verändert in den letzten 30 Jahren. Die geschilderten Erfahrungen sind für ein AUSLAUFEN logisch, aber Euch erwartet jetzt die Immigration in Florida, wird zwar besser, ist aber dennoch spannend den Bericht von dort zu hören…..

      den erwarten wir nun sehr gespannt Lg Anna & Harvey

      America First ! Donalds Vision

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