Haiti – Ile a Vache

Mondlandung. Anders kann man unsere Ankunft hier nicht beschreiben. Michael hatte ja schon eine Idee, wie es in Haiti, dem ärmsten Land der westliche Hemisphäre, aussieht. Von 1985 bis 1991 war ich mehrfach geschäftlich hier und habe so schöne Sachen wie Fensterglas aus der DDR, Dosenmilch „Rose“, Vorhängeschlösser ABUS, Schweißelektroden, Schellack uvm. verkauft. Seit dem hat sich Haiti nicht zum Besseren entwickelt, denn das Land wird seit jahrzehnten durch korrupte Regierungen ausgeplündert. Naturkatastrophen, wie Erdbeben und Hurrikane tun ihr Übriges. Praktisch ist Haiti kein funktionierender Staat. Die totale Anarchie wird zu einem großen Teil durch UN Soldaten verhindert, die für Ordnung sorgen.

Die Insel „Ile a Vache“ ist nochmals eine Stufe Ärmer als das Festland. Es gibt hier kein fließend Wasser und keine Elektrizität, außer durch private Generatoren (die sich kaum jemand leisten kann). Entsprechend mangelt es hier an fast allem. Der Staat findet hier einfach nicht statt.

Bei der Anfahrt auf die Insel begegnen uns Fischer in einfachsten Einbäumen oder kleinen Segeljollen, wie sie schon vor hunderten Jahren benutzt wurden. Bei der Einfahrt in die Ankerbucht werden wir von Kindern und Jugendlichen in Einbäumen umlagert, die alle für uns arbeiten wollen (Schiff putzen, Diesel besorgen, usw.). Es ist bedrückend, aber wir bleiben freundlich und vertrösten alle auf morgen, denn heute wollen wir uns nur ausruhen.
Wir bewegen uns in der Karibik ja immer in einem Spannungsfeld zwischen „reichen“ Fahrtenseglern und armer Bevölkerung. Hier sind wir in einer neuen Dimension angekommen, haben aber trotzdem nicht das Gefühl in Gefahr zu sein. Alle sind freundlich und unsere Nachbarn am Ankerplatz bestätigen uns, dass alles entspannt und sicher ist. Sogar das Dinghy muss man nicht anschließen….

Wir waren auf diese Situation vorbereitet und haben reichlich Gegenstände zum tauschen oder verschenken mitgebracht (Buntstifte und Malpapier, Seife, Shampoo, Kaffee, Taschenmesser, uvm). Sicher wird auch noch das eine oder andere gebrauchte T-Shirt von uns den Besitzer wechseln. Wir sind gespannt, was wir hier noch erleben.

Ein Kommentar zu “Haiti – Ile a Vache

  1. Hallo Ihr zwei,

    das hört sich ja alles abenteuerlich an. Auch ich bin gespannt, wie es bei Euch weiter geht.

    Liebe Grüße – Sabine

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