Spannende Überfahrt nach Antigua

Sonntag Morgen 7.00 Uhr. Wir starten von der Anse Deshaies auf Guadeloupe nach Antigua. Wetterwelt in Kiel sagt ESE Windrichtung und moderate Windstärke voraus. Aber, es ist Flaute. Also sind wir zunächst gemotort. Dabei sehen wir, dass das Messinstrument für den Öldruck nicht ausschlägt. Müssen wir uns Sorgen machen, oder ist nur das Instrument defekt?
Nach einer Stunde kommt Wind und, on top, noch fiese Squalls. Das sind heftige Regen-und Windfronten. Nur mit Mühe schaffen wir es das Vorsegel zu verkleinern, nachdem sich FantaSea schon ordentlich auf die Seite gelegt hat. So geht es weiter bis ca. 13 Uhr. und dann…Flaute.
Wir nutzen die Zeit um den Motorraum zu checken. Ohje, das Motoröl ist nicht im System, wo es hin gehört, sondern in der Bilge. Irgendwo muss ein Leck sein. Der Skipper findet einen maroden Ölschlauch. Das könnte es sein. Vorausschauend hat er einen Ersatzschlauch an Bord 😉
Und nun beginnt eine eineinhalbstündige Operation. Schlauchwechseln, eigentlich ne Kleinigkeit, wenn mann die Beweglichkeit und Verbiegungsfähigkeit einer Schlange hätte. Es ist eine sehr anstrengende Arbeit. Ein paar mal sind wir kurz davor aufzugeben, zumal die Atlantikdünung die Arbeit erschwert und die Arme des Skipper einfach zu kurz sind. Aber Aufgeben geht nicht.
WIR SIND MANÖVRIERUNFÄHIG! Kein Wind, kein Motor. Die Aussicht, dass wir im Dunkeln auf die Insel Montserrat treiben könnten treibt uns an. Weiter machen. Mein Job: assistieren und Regel Nummer eins beachten. Nämlich „niemals Kommentare in kritischen Situationen“.
Um 16.30 Uhr ist der Schlauch getauscht. Ergebnis: Operation gelungen. Das Meßinstrument für den Öldruck schlägt wieder aus. Mein Skipper ist klasse. Wir Motoren weiter Richtung Antiqua. Der Skipper ruht sich aus.
17.30 Uhr. Der Wind ist zurück. Und mit ihm Squalls. Uns bleibt heute auch nichts erspart. Im Regen rasen wir in die Dunkelheit. FantaSea zeigt welches Geschwindigkeitspotenzial in ihr steckt, jetzt wo der Rumpf so schön glatt und sauber ist. Kurz vor Antiqua hört der Regen zum Glück auf. Aber heftiger Wind erfordert noch mal Konzentration beim Segel bergen. In der Dunkelheit tasten wir uns durchs Ankerfeld und Untiefen von Falmouth Harbour Bay. Um 20.00 Uhr fällt der Anker auf 4 Meter. Wir sind ziemlich k.o.

Das Bild zeigt das Ankerfeld vor Jolly Harbor, Antigua, 13 sm von Falmouth Harbour an der Westküste.

2 Kommentare zu “Spannende Überfahrt nach Antigua

  1. Das hört sich seeeehr nach Abenteuer an ! ! ! Puh ! ! !
    Die Regel Nummer eins beim Assistieren kommt mir irgendwie bekannt vor, habe ich selber schon mehrfach erlebt.
    Bleibt weiter so tapfer, erholt Euch von dem Übel und passt weiterhin auf Euch auf.
    Liebe Grüße – Sabine

  2. Oh man, ihr Armen. Das hört sich ja echt heftig an. Aber gut, dass ihr das Ölproblem lösen konntet. Dann ruht euch mal ein bisschen auf Antiqua aus. LG Marita

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