Plymouth und der britische Zoll

Fast eine Woche sind wir nun in England. Und nicht nur das Wetter ist hier anders, sondern vieles mehr. Z.B. ist der Besitz und die Einfuhr von Pfefferspray strengstens verboten (hätten wir das gewusst, hätten wir es vorher im Meer versenkt. Hätte….) Über 1,5 Stunden saßen 4 Zollbeamte hier in Plymouth in unserem Cockpit und machten uns klar, dass wir ein ersthaftes Problem hätten, da wir in Besitz von gleich 2 mal Pfefferspray waren. Telefonate mit Vorgesetzten auf zwei weiteren Ebenen wurden geführt um zu klären, dass wir nicht mit krimineller Absicht nach Plymouth gekommen sind. Formulare, Rechtsbelehrungen und ein Protokoll folgten. Endlich, um kurz vor 19 Uhr kommt telefonisch „von ganz oben“ das O.K. Das Pfefferspray wird konfisziert und wir werden nicht inhaftiert. Ob der MI6 die Finger im Spiel hatte?

Dann sind da noch mehr fremde Eindrücke: Wassertemperatur 17 Grad – ist nichts für Warmduscher und Weicheier, Kirchen gehören der Vergangenheit an, hier gibt es Kathedralen, Fast Food Nummer 1 ist „Fish and Chips“ und aus den Lautsprechern in den Geschäften hören wir nicht mehr Shakira, Bob Marley und Sushine Reggae. Scheinbar haben die Engländer eine Vorliebe für Oldies von ihren 70-Jahre erfolgreichen Bands. So lassen wir uns von T-Rex, Bay City Rollers und Sweet beschallen. Fehlt nur noch der Super-Softener Roger Whittaker 😜.

Die wunderschöne Küste von Cornwall

Falmouth

Wir geniessen Falmouth und das südenglische Flair mit seinen engen Gassen, Pubs, Shops und Cafés. Hunderte Segelyachten im Fluß Fal sorgen für eine maritime Atmosphäre. Hier ist Urlaubszeit und gleichzeitig die „Falmouth Week“. Der Ort ist voll mit Touristen, die allerdings vergeblich auf den Sommer warten. Die Temperaturen hier in Südengland sind für uns kaum erträglich und es regnet immer wieder. Nachts fällt das Thermometer bis auf 12 Grad🌨.

Wir besuchen englische Freunde, die wir vor 3 Jahren auf unserer Fahrt in die Karibik mehrfach getroffen haben. Sie betreiben ein Hotel http://roseinvalehotel.co.uk , in das sie uns einladen. Dort werden wir sehr komfortabel untergebracht und königlich bewirtet. Die Wiedersehensfreude ist riesig 😃.

Seetag 11

Geschafft! Atlantikquerung von Stuart / Florida nach Falmouth / UK. Nach 4350 sm (8048 km) ist die Freude bei der Crew groß. Mit Sonnenschein werden wir im Brexitland empfangen. Die Küste Cornwalls sehen wir an unserer Backbordseite, ansonsten ist hier mächtig viel Schiffsverkehr, d.h. noch mal gut konzentrieren auf dem letzten Stück.
Erst ab 17 Uhr können wir die Schleuse zur Port Pendennis Marina passieren, denn Hoch- und Niedrigwasser bestimmen hier den Tagesablauf, aber wir sind zuversichtlich, dass wir es bis zum Dunkelwerden noch in einen englischen Pub schaffen 😀.

Tagesetmal: 143 sm ( 29 Stunden)

Fotos von Sao Miguel /Azoren sind im Album.

Seetag 10

Das launische Aprilwetter wurde gestern Nachmittag abgeloest von einem Starkwindgebiet mit konstanten 27 kn in Boen bis 34 kn.
Da ging hier die Post ab. Zuerst mal reffen was geht, d.h. Segelflaeche verkleinern, und dann sich in Sicherheit bringen wegen der Regenschauer, Salzwasserduschen und Schiffsbewegungen. Dann war da noch das laute beaengstigende Knallen – wir waren unter Dauerbeschuss der Wellen. Sehr frueh am Abend haben wir uns dann von der Aussenwelt abgeschottet, zum Glueck koennen wir die Navigationsinstrument auch von innen beobachten. Wir waren mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt und haben auf unserem Sofa (in Lee) abgehangen, der sicherste Platz im Schiff.
Die ganze Nacht blieb es extrem ruppig. Immer wieder gab es, durch Wellen verursacht, heftige Erschuetterungen wobei sich die Salzwasserduschen im Cockpit ergossen. Und mal wieder steuerte unser Eddi (Autopilot) FantaSea souveraen durch die raue See. Wir sind froh, dass FantaSea aus Stahl ist !! 😉
28 Stunden spaeter geht der Wind langsam runter, die hohen Wellen werden uns leider noch ne Weile begleiten.

Tagesetmal 115 sm
Position 1100UTC 49Grad19’N – 008Grad08’W

Seetag 9

Wir haben Aprilwetter. Sonne, Wolken und Regenschauer wechseln sich ab. Der Wind ist instabil. Mal moderat und dann pfeift es wieder mit 25 kn und FantaSea legt sich auf die Seite. Die See ist ruppig, die Wellen hoch, aber wir koennen unser Ziel direkt anlegen und kommen gut voran. Das ist gut fuer die Psyche und hebt die Stimmung an Bord.
Wir haben entschieden an den Scilly Islands vorbei zu fahren und direkt an die suedenglische Kueste nach Falmouth. Bis dahin sind es um 14 Uhr UTC noch 230sm (von 4350sm bei unserer Abfahrt ueber den Nordatlantik in Stuart / Florida).

Tagesetmal: 129sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 48Grad58’N – 010Grad59’W

Seetag 8

Mit 20 kn Wind rauschen wir durch die See. Kurs stimmt und die Sonne scheint immer noch. Am Vormittag starten wir den Motor, um unseren Kuehlschrank zu kuehlen. Ohje, die Kuehlwassertemeratur steigt viel zu hoch und im Motorraum wird es heiss. Sofort stellen wir den Motor aus und suchen nach der Ursache. Das dauert, denn alles sieht gut aus, wir koennen keinen Verschleiss / Problem finden. Letztendlich koennen wir feststellen, dass die Seewasserpumpe kein Seewasser angesaugt, was nur daran liegen kann, dass der Borddurchlass fuer das Kuehlwasser verstopft ist. Dieser ist aber nur von aussen, d.h. wasserseitig zugaenglich. Also muss der Kaeptaen in den 18 Grad kalten Nordatlantik springen. Mehrer Anlaeufe sind noetig um bei der grossen Duenung die besagte Stelle zu erreichen, abzutauchen und den Durchlass mit dem Schraubenzieher frei zu prokeln. Adrenalin pur wird da ausgeschuettet. Die Mission ist dann zum Glueck erfolgreich und die Crew total erleichtert.

Tagesetmal: 126 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad18’N – 14Grad00’W

Seetag 7

Ein Hoch von bis zu 1033 hpc beschert uns viel Sonne, klare helle Naechte und seit heute frueh um 5.00 Uhr auch wieder Wind. Mittlerweile haben wir 20 kn Wind, kommen zuegig voran und sind zufrieden das wir das Brummen vom Benz nicht hoeren muessen. Das Bergfest liegt hinter uns, und da wir so viel Zeit haben beschaeftigen wir uns, wieder mal, mit Berechnungen eines moeglichen Landfalls.

Tagesetmal: 111 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 47Grad03’N – 016Grad25’W

Seetag 6

Heike war es gewoehnt, Dank der tropischen Temperaturen, schulterfrei und im knappen Hoeschen zu wandeln. Die Sonne scheint zwar zeitweise noch, aber Heike’s Dresscode hat sich geaendert. Bei der Ausschau nach Eisbergen traegt sie mehrere Schichten …(Foto). Nachts werden bis zu 3 Decken benoetigt, um warm zu werden…Das Thermometer faellt auf 15 Grad und bei dem kalten Nordwind fuehlt es sich an wie 5 Grad. Wir vermissen die Azoren jetzt schon!
Bis heute Nachmittag waren die Segelbedingungen prima. Dann schlief der Wind ein und wir Motoren.

Tagesetmal 115 sm
Position um 1100UTC 45Grad18’N – 018Grad14’W

Seetag 5

Es laeuft prima. Mit ausreichend Wind aus der richtigen Richtung und ohne Gegenstroemung segeln wir mit gut 5 kn Richtung Brexitcountry. Die Sonne scheint und der Nordatlantik praesentiert sich von seiner freundlichen Seite. Hier an Bord ist nicht viel los, der Hoehepunkt des Tages sind eingehende e-Mails und somit Neuigkeiten vom Festland. Gruesse von Bord der FantaSea.

Tagesetmal: 120 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 44Grad39’N – 020Grad20’W

Seetag 4

Wir entdecken mal wieder die Langsamkeit. Gestern Abend wurde der Wind zu schwach und der Motor musste helfen. Die Monotonie wurde nur durch einen AIS Alarm gestoert. Wir waren auf Kollisionskurs mit einem spanischen Fischer. Nach einem Funkkontakt mit dem freundliche Galizier hat er seinen Kurs geaendert und uns am Heck passiert (Foto).
Seite heute 1100UTC koennen wir wieder segeln. Der Morgen hat uns an Hamburg erinnert: Grau in grau und Fieselregen. Seit Tagen steigt der Konsum von warmen Tee an Bord. Die Nachfrage nach Kaltgetraenken hat deutlich nachgelassen. So schnell veraendern sich die Beduerfnisse…

Tagesetmal: 101 sm
Position um 11.00 Uhr UTC: 43Grad07’N – 21Grad52’W