Seetag 7

Von 42 auf 6 Knoten Wind. Auf Starkwind folgt Schwachwind. Bis gestern Abend ging der Wind dann runter bis zur Flaute. Also Motor an und durch die Nacht gefahren mit dem „lieblichen“ Geraeusch des Mercedes Benz. Heute Morgen kam dann wieder eine leichte Brise und wir koennen mit der Genua und achterlichem Wind muede 4 Knoten mit Stromunterstuetzung fahren. Ist zwar zu langsam, aber besser als motoren. Bei solchen Bedingungen kann man allerdings auch mal andere Fotos machen… 😉 Noch ca. 1180 Seemeilen bis Horta.

Tagesetmal (23 Stunden) 102 sm
Position um 1500UTC 38Grad29,6’N – 053Grad52,1’W

Seetag 6

Inwischen haben wir 3 m hohe Wellen und Wind, in Boen bis 42 kn. Kaffeefahrt ist vorbei denn dazu kommen noch unregelmaessige und unberechenbare Wellen die laut an Steuerbord knallen und FantaSea jedesmal eine ordentlichen Ruck geben. Festhalten ist angesagt! Das Cockpit ist heute leider nicht zu benutzen, es sei denn man hat ne Vorliebe fuer Salzwasserduschen. Wir fahren nur mit der gerefften Genua, so ist die Kraengung akzeptabel und Eddi kann uns super auf Kurs halten (waehrend wir warm und trocken die gepolsterten Plaetze im Schiff bevorzugen, damit sich die blauen Flecken in Grenzen halten).

Tagesetmal: 142 sm
Position um 1600UTC 38Grad11,6’N – 055Grad55,8’W

Seetag 5

Seit gestern Morgen laeuft es Bestens. Wir haben wunderbaren Segelwind und befinden uns gerade im Geschwindigkeitsrausch. Seit heute Nacht rasen wir, in den Spitzen mit ueber 8 kn, gen Osten. Die Wellen sind immer noch moderat, hoffen wir mal, dass alles so bleibt. Die Stimmung an Bord ist super :=)
Noch 1420 Seemeilen bis Horta.

Tagesetmal: 143 sm (geht doch !)
Position um 1600UTC 38Grad03,2’N – 058Grad55’W

Seetag 4

Gestern Nachmittag haette nicht viel gefehlt…und wir waeren zurueck getrieben worden :=) Unter Motor waren wir nur mit gut 2 Knoten Geschwindigkeit unterwegs (Gegenstroemung). Irgendwann kam ein wenig Wind und wir probierten es mit Segeln und einer leichten Kursaenderung denn viel langsamer war ja nicht moeglich – dachten wir. Als wir dann aber nur noch mit 0,9 Knoten ueber Grund voran kamen, war der Probelauf vorbei. Schluss, aus, Segel einpacken und Motor wieder an, denn schliesslich wollen wir ja auch mal ankommen.
Aber es ist schon eine harte Phase. Da verballern wir den Diesel und machen dennoch wenig Strecke.
Inzwischen haben wir den 38. Breitengrad erreicht, und wie „Wetterwelt“ in Kiel es vorhergesagt hat, ist hier der Wind und die Stroemung mit uns. Nach 42 Stunden koennen wir endlich den Motor abstellen und mit 6-7 kn Geschwindigkeit direkten Kurs zu den Azoren anlegen. Geht doch ;=)

Tagesetmal: 95 sm
Position um 1600UTC 38Grad06,3’N – 061Grad55,5’W

Seetag 3

Seit Sonntag Nachmittag hat uns der Wind verlassen und der Mercedes Benz macht seinen Job. Das wird auch noch einen Tag so bleiben. Dazu kommt eine Gegenstroemung mit bis zu 2 Knoten, die uns nur langsam vorankommen laesst. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne konserviert unsere tiefbraune Haut. Mal sehen, wie lange wir noch so brutzeln, denn je weiter wir nach Norden fahren, umso kuehler wird es nachts bereits. Gegen Langeweile versuchen wir es mit Lesen, Filme ansehen, Essen, Siesta machen und Emails schreiben/lesen. Mit Nachrichten aller Art werden wir hier verschont, sodass wir uns auch nicht darueber aufregen muessen 😉 Noch ca. 1650 sm bis Horta.

Tagesetmal 80 sm
Position um 1600UTC 36Grad51’N – 062Grad32,9W

Seetag 2

Wir segeln, genau seit 31 Stunden. Und die Bedingungen sind gut, raumer Wind und niedrige Wellen. O.k., da ist ein wenig Gegenstroemung und zu viel Sonne im Cockpit, aber wir sind zufrieden, denn noch kommen wir ohne Motorunterstuetzung voran. Leider wird das nicht so bleiben, denn wir werden bald ein Flautengebiet erreichen.
1 bis 2 Tanker sehen wir taeglich, ansonsten passiert hier nichts. Ist aber auch gut so und soll so bleiben!!

Tagesetmal: 122 sm
Position 1600UTC 35Grad47,6’N – 063Grad20,9’W

Bermuda – Azoren Seetag 1

Zum Ausklarieren auf den Bermudas muessen wir mit FantaSea noch mal am Steg von Zoll und Immigration anlegen. Wie umstaendlich, aber wir moechten unsere „Waffe“ wieder abholen. Denn unsere Signalpistole wurde bei der Ankunft fuer die Dauer des Aufenthaltes konfiziert.
30 Minuten spaeter, als wir gerade die Ausfahrt von St. Georges passieren ruft uns Bermuda Radio ueber Funk. Wir bekommen die Order das Tempo zu drosseln, da der Kreuzfahrer „Norwegian Breakaway“ zeitgleich mit uns am Dockyard /Bermuda abgelegt hat. Und dieser Riese mit 4000 Passagieren hat natuerlich Vorfahrt und moechte sich auf keinen Fall von der winzigen FantaSea im Fahrwasser ausbremsen lassen. Also warten wir brav an der „Kreuzung“ und schauen zu wie diese schwimmende Kleinstadt an uns vorbei zieht.
Die erste Nacht hatten wir wenig bis keinen Wind. Aber seit 6 Uhr in der Frueh blaest ein frischer SO und wir kommen super voran :=)
Unser Plan ist, zuegig nach Norden bis zum 37. Breitengrad, denn dort soll der bestaendige Wind sein. Na hoffentlich werden wir da mal nicht entaeuscht.

21-Stunden-etmal: 101 sm
Position 1600UTC 33Grad57,6’N – 064Grad10,7’W

Bermudas

Einen Tag sind wir auf den Inseln mit dem Roller unterwegs gewesen. Wir haben exklusive Wohngegenden gesehen, viele Golfplätze, und immer wieder faszinierende Farbschattierungen im Wasser. Überall Gärten, Palmen, bunte Sträucher und gepflegte Häuser. Ein Kontrast zu den uns bekannten Karibik Inseln, denn hier erscheint uns alles wie ein riesiges Sterne Ressort.Das Camp des America`s Cup war gestern geschlossen, es fand auch keine Segelregatta statt. Ruhetag!. Egal, wir haben ein paar Rennkatamarane aus der Ferne bewundert und die Stars der Teams auf riesigen Plakaten. Tolle Männer 😉.

Unsere Tanks sind wieder gut gefüllt denn morgen Nachmittag wollen wir zu den Azoren aufbrechen. 2000 sm to go.

Americas Cup

Bermuda ist diese Tage DAS Segelmekka der Welt. Der Americas Cup ist die Formel 1 des Segelsports. Hochentwickelte Rennkatamarane liefern sich spektakuläre Rennen auf einem Regattakurs vor Hamilton, Bermuda. Die ganze Insel scheint nur von Seglern und Segelfans bevölkert zu sein. In Hamilton steht alles ganz im Zeichen des Americas Cup und in den Geschäften werden jede Menge Fanartikel (zu horrenden Preisen) angeboten. Wir haben diese Atmosphäre gestern in Hamilton aufgesogen. Wenn man sich die Rennkatamarane ansieht, sehen wir noch Entwicklungspotential und wir empfehlen, sich einige Merkmale von FantaSea zu kopieren:
– Die Größe des Vorsegels kann ausgebaut werden
– Die Ruder- und Kielkonstruktion von FantaSea verhindert ein Überschlagen während der Fahrt
– Gewichtsreduzierung durch eine Einhandtauglichkeit. 1 Mann Besatzung wiegt weniger als 6.
– Einbau einer Pantry und Schlafplätze. Dadurch kann man auch längere Rennen fahren…😉

Aber uns fragt ja keiner….

Bermuda

Der letzte Tag war noch mal versoehnlich. Bei durchschnittlich 17 kn Wind und wenig Wellen sind wir mit 5 kn zu den Bermudas gesegelt. Aber, alles in allem war es ein Sch… Toern. 4 Tage Flaute und dananch zuviel Wind, Boen und zu hohe Wellen. Letzendlich waren nur 2 Tage gutes Segelwetter. Und das dicke Ende kommt noch. Wir erreichen St. Georges naemlich mitten in der Nacht. Der Funkkontakt mit den Offiziellen laesst uns keinen Spielraum. Man erwartet uns gegen 3 Uhr nachts am Steg um die Formalitaten zu erledigen. Das Fahrwasser ist gut betont, aber einige „Wegweiser“ leider nicht beleuchtet. Wir fahren also sehr langsam bei bis zu 22 kn Wind durch das Fahrwasser zum Zoll /Immigration. Immerhin ist es hier geschuetzt und der Steg grell beleuchtet Um 3.30 Uhr gelingt es uns im 2. Anlauf FantaSea sicher fest zu machen (Hilfe bekommen wir leider nicht). Nach dem Prozedere mit den Offiziellen muessen wir uns noch einen Ankerplatz suchen. Mit Stirnlampe ausgeruestet stehe ich vorne am Bug um auch hier die unbeleuchteten Bojen rechtzeitig zu erkennen. So tasten wir uns langsam durch das Ankerfeld und koennen um 4.30 Uhr endlich den Anker werfen. Welcome to Bermuda.
Vielen Dank fuer eure aufmunternden Kommentare.
Tagesetmal 67 sm
Gesamtdistanz: 1015 sm